Die ÖSV-Herren können es ja doch! Im letzten Olympia-Rennen gab es endlich die erste Einzel-Medaille – und die war verdient.
Fabio Gstrein hat im Slalom eine fantastische Leistung gezeigt, obwohl er ganz sicher nicht in Topform zu Olympia gekommen war. Trotzdem wurde er zum ÖSV-Retter.
Ich stand im Ziel in Bormio: Im ersten Lauf trotzte er den extrem schwierigen Bedingungen. Im Finale sprang er über seinen Schatten und drückte weiter voll aufs Gas und lieferte mit Silber ab.
Mit einer Top-Ausgangsposition im Finale zu riskieren – das war neu von Gstrein. Er hat riskiert, weil er kapiert, dass so eine Chance nur ein Mal im Sportler-Leben kommt.
Bei Olympia ist es besser, mit bester Zwischenzeit hinauszufliegen, als irgendwo im Mittelfeld abzuschwingen – wie es so viele tun.
Olympiasieger Loic Meillard zeigte seine technische Klasse. Er war bei der Zwischenzeit schon hinter Gstrein, war dann in den extrem drehenden Toren im flachen Schlussteil besser. Das ist nicht überraschend, weil es seine Spezialität ist.
Morgen im Damen-Slalom bin ich auf Mikaela Shiffrin gespannt. Sie gibt bei Olympia Rätsel auf, präsentierte sich im Weltcup und bei Weltmeisterschaften stärker.
Camille Rast wird alles riskieren. Die ÖSV-Damen haben Chancen: Ich hoffe, Katharina Huber gibt so wie in der Team-Kombi Gas.