Sieben, acht Zehntel hat Julia Scheib bei der letzten Welle im Olympia-Riesentorlauf verloren. Sie war damit nicht alleine. Auch Lena Dürr verspielte dort das mögliche Gold.
Die Funkspruch-Debatte im ÖSV nach dem Rennen halte ich für übertrieben. Top-Favoritin Scheib ging mit Nummer 7 an den Start. Als mündige Athletin hatte sie also genug Zeit, sich selbst Infos über die Strecke einzuholen.
Ich hatte schon vor Jahrzehnten einen kleinen Fernseher am Start mit, um die Fahrten der Rivalen, die vor mir starteten, zu analysieren und die richtigen Schlüsse für meine Fahrt zu ziehen.
Im Handy-Zeitalter ist das heute einfacher. Da erübrigt sich als Athlet jeder Funkspruch, den ich mir dann vorstellen und auch noch in das richtige Gefühl beim Fahren umwandeln muss.
Heute steigt der Herren-Slalom: Bis jetzt machten die ÖSV-Asse zu viele Fehler. Oft an den blödesten Stellen kurz vor dem Flachen.
Warum? Keine Ahnung! Es fehlt mir die Weitsicht im ÖSV-Team, wie ich ein Rennen angehe. Zu wissen, wo ich etwas Tempo rausnehme, um dann mehr Schwung im Flachen zu haben.
Speziell bei Marco Schwarz wundere ich mich: Seine Leistungen sind unberechenbar – mal super, dann geht wieder gar nichts. Dabei ist er ein tadelloser Skifahrer.
Eine Chance gibt es noch – den Slalom.