An eine Besichtigungsfahrt erinnerte mich der Auftritt von Stefan Babinsky im Super-G. Hat er die versäumt vor dem Rennen? Er war in dieser Saison stark, bei Olympia zeigte er seine schlechteste Saisonleistung. Bitter!
Auch bei Vincent Kriechmayr vermisste ich die letzte Aggressivität, die Triple-Olympiasieger Von Allmen auf jedem Stelvio-Meter zeigte. Der Schweizer hatte nach Gold in der Abfahrt und in der Team-Kombi nichts zu verlieren – und er gewann alles.
Am besten aus dem ÖSV-Quartett gefiel mir noch Raphael Haaser. Bei ihm zweifle ich, ob sein Wechsel von Fischer zu Atomic der richtige Schritt war, weil ich die letzte Überzeugung bei seinem großen Potenzial vermisse. Seine Leistung war okay: Er machte zwei, drei Fehler und trotzdem fehlten ihm nur 29 Hunderstel auf Bronze. Marco Odermatt wäre zu holen gewesen, im Mittelteil war Haaser aber für mich zu wenig in der Hocke.
Marco Schwarz mache ich keine Vorwürfe. Es war ein Nachteil, dass er die Abfahrtstrainings nicht in den Beinen hatte. Der Speed war für ihn zu hoch in diesem Rennen. Er siegte in dieser Saison in Livigno. Das ist nicht weit entfernt von Bormio, aber eine andere Welt. Dort ähnelte der Super-G einem Riesenslalom. Bei Olympia war er es ein Fall für die Abfahrer.
Sonne, Piste, Nummer – ich habe viele Gründe für die ÖSV-Pleite gehört. Alles falsch! Von Allmen hätte auf jedem Schnee gewonnen. Hut ab! Drei Goldmedaillen bei Olympia gewann zuletzt mein Idol: Jean-Claude Killy im Jahre Schnee – also 1968.