Er steckte den Slalomkurs, der Katharina Huber gemeinsam mit Ariane Rädler Team-Kombi-Gold bescherte: ÖSV-Trainer Robert Berger. Kritik kam danach von Mikaela Shiffrin. Nach Platz eins für Breezy Johnson in der Abfahrt fiel die US-Amerikanerin im Slalom noch auf Rang vier zurück. Sie sagte anschließend, dass sie eine solche Art von Slalom nicht oft trainiert habe. Im "Heute"-Talk spricht der Innviertler über die Kunst des Kurssetzens – und warum er für die Kritik von Shiffrin kein Verständnis hat.
Robert Berger: "Jeder Trainer aus der jeweiligen Technik-Mannschaft. Bei den ÖSV-Damen sind das Gruppenchef Klaus Mayrhofer sowie seine beiden Co-Trainer Alexander Berthold und ich. Vor Beginn der Saison wird für den Weltcup ausgelost, welche Nation wann einen Kurs setzt. Wie häufig ein Verband zum Zug kommt, hängt davon ab, wie viele Fahrerinnen er in den Top 15 stellt. Innerhalb unseres Teams wechseln wir uns ab."
"Nein. Für Olympia gelten eigene Regelungen. In unserem Fall hatten wir das Glück, sowohl im Kombi-Slalom als auch im ersten Durchgang des Spezial-Slaloms zum Zug zu kommen, den Klaus Mayrhofer setzen wird. Informiert wurden wir darüber Ende Jänner."
"Zunächst ist entscheidend, ob es sich um den ersten oder den zweiten Durchgang handelt. In der Kombination am Dienstag etwa wussten wir, dass es nur einen Lauf geben würde. Entsprechend haben wir im Vorfeld bestimmte Kombinationen trainiert und diese dann im Kurs eingebaut. Bei einem zweiten Durchgang im Spezial-Slalom berücksichtigt man zusätzlich die Stärken jener ÖSV-Läuferinnen, die um die vorderen Plätze mitfahren, um ihnen einen möglichst großen Vorteil zu verschaffen."
"Grundsätzlich gibt er nicht viel her, weil er relativ flach ist und einige Wellen aufweist. Für unsere Überlegungen spielt allerdings auch das Wetter eine entscheidende Rolle. Noch ist offen, ob es wärmer wird und sich eine salzige, weichere Piste entwickelt oder ob die Bedingungen kalt und hart bleiben."
"Nein, eher im Gegenteil. Wir haben damit gerechnet, weil die gesetzte Kombination sehr anspruchsvoll war. Für viele Läuferinnen war es schwierig, das richtige Timing zu finden."
"Nein, eigentlich nicht. Es gibt ein klares Regelwerk, innerhalb dessen man sich bewegt – und genau das habe ich getan. Am Ende zählt, dass wir für unsere Athletinnen das Bestmögliche herausholen und der Lauf nicht gefährlich ist. Beides war bei der Team-Kombination gewährleistet."
"Nicht wirklich. Solche Situationen hat es auch umgekehrt schon gegeben, in denen uns ein Lauf nicht entgegengekommen ist – das gleicht sich über die Zeit aus. Außerdem gilt: Auf diesem Niveau, in der absoluten Weltspitze, muss man auch anspruchsvolle Kombinationen bewältigen können. Für teaminterne Verbesserungsvorschläge bin ich jederzeit offen. Externe Kritik ordne ich entsprechend ein."