Brisanter WM-Auftakt für den Iran! Ausgerechnet in den USA musste die iranische Nationalmannschaft ihr erstes Spiel der Endrunde bestreiten. Gegen Neuseeland reichte es am Ende zu einem 2:2-Unentschieden.
Damit setzte sich ein kurioser Trend fort: Alle WM-Partien am Montag beziehungsweise in der Nacht auf Dienstag endeten ohne Sieger. Zuvor hatten sich bereits Belgien und Ägypten in Gruppe G mit einem 1:1 getrennt.
Die Teilnahme des Iran an der Weltmeisterschaft war bis kurz vor Turnierbeginn alles andere als selbstverständlich. Hintergrund sind die politischen Spannungen und der Krieg zwischen dem Iran und Gastgeber USA, der Ende Februar ausgebrochen war und erst vor Kurzem durch ein Abkommen beendet wurde.
Die Auswirkungen sind für die iranische Delegation weiterhin spürbar. Das Team darf die US-Grenze ausschließlich für seine Spiele überqueren. Deshalb wurde das Mannschaftsquartier kurzfristig nach Mexiko verlegt. Zudem erhielten mehr als ein Dutzend iranischer Funktionäre keine Einreisegenehmigung für die Vereinigten Staaten.
Auch die Fans sind betroffen. Das ursprünglich vorgesehene Ticketkontingent für Anhänger aus dem Iran wurde gestrichen, wodurch nur wenige iranische Zuschauer die Mannschaft vor Ort unterstützen können. Ganz ohne politische Botschaften ging die Partie dennoch nicht über die Bühne. Als Mohebi den Ball nach einer Traum-Flanke in der zweiten Halbzeit mit dem Kopf ins Tor lenkte, setzte er zum "Pistolero"-Jubel an – wohl um den Blick auf die Ereignisse in der Heimat zu lenken.
Trainer Amir Ghalenoei versucht, politische Themen von seiner Mannschaft fernzuhalten. "Wir sind hier, um Fußball zu spielen. Wir sind keine politischen Figuren", erklärte der Teamchef vor dem Turnier.
Sportlich gelang dem Iran mit dem 2:2 gegen Neuseeland zumindest ein erster Punktgewinn bei einer Weltmeisterschaft, die für die Mannschaft schon vor dem Anpfiff unter außergewöhnlichen Vorzeichen stand.