Der russische Staatspräsident Wladimir Putin hat am Montagabend in einer TV-Ansprache die Anerkennung zweier abtrünniger "Volksrepubliken" in der Ostukraine angekündigt. Gemäß unbestätigten Medienberichten hat der russische Präsident zuvor seine beiden Amtskollegen in Deutschland und Frankreich über den Entscheid informiert.
Am Montagnachmittag hatten pro-russischen Separatisten in der Ostukraine den russischen Staatschef aufgerufen dazu aufgefordert, die Unabhängigkeit ihrer selbst ernannten "Volksrepubliken" von der Ukraine anzuerkennen. "Ich bitte Sie, die Souveränität und Unabhängigkeit der Volksrepublik Luhansk anzuerkennen", sagte Rebellenchef Leonid Pasetschnik in einer im russischen Fernsehen ausgestrahlten Videobotschaft am Montagnachmittag. Der Separatistenführer in der selbsternannten "Volksrepublik" Donezk, Denis Puschilin, hatten sich daraufhin der Forderung angeschlossen.
Die EU hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Sanktionen gedroht, sollte er die Separatistengebiete in der Ostukraine als eigenständige Volksrepubliken anerkennen. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte am Montag in Brüssel, in diesem Fall werde er Strafmaßnahmen gegen Russland "auf den Tisch legen". Darüber müssten dann die EU-Außenminister entscheiden.
Der grüne Nationalratsabgeordnete und frühere EU-Parlamentarier Michel Reimon erklärt in einem Tweet wie hochbrisant diese Entscheidung ist. "Damit ist für Russland jeder ukrainische Militäreinsatz dort nicht innerhalb der Ukraine, sondern ein Angriff auf Verbündete - und sie zu unterstützen ein Verteidigungskrieg". Sein dramatisches Fazit: "Jetzt fehlt vielleicht nur mehr ein Schuss". Gemeint ist: Ein Schuss bis zum Krieg.