Coronavirus

Brisante Wende – Tote Ärztin wird jetzt doch obduziert

Noch immer tiefe Trauer herrscht nach dem Tod der Medizinerin Lisa-Maria Kellermayr. Auf Wunsch naher Anverwandter soll die Leiche obduziert werden.
Nikolaus Pichler
03.08.2022, 12:13
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Die "Kronen Zeitung" berichtete am Mittwoch über die brisante Wende in dem tragischen Fall der Ärztin aus Oberösterreich. So soll die Leiche von Lisa-Maria Kellermayr (36) nun doch durch einen Gerichtsmediziner obduziert werden, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wels gegenüber der "Krone" betonte.

Laut dem Bericht haben zwei Angehörige mit Opferstatus die Obduktion beantragt. Die Leiche der Medizinerin wurde vor mehreren Tagen in ihrer Praxis in Seewalchen am Attersee gefunden. Zuvor schloss man auf Seiten der Behörde noch eine Obduktion aus.

Behördenversagen steht im Raum

Polizei und Staatsanwaltschaft, die vor allem in Sozialen Medien heftig in der Kritik stehen, sie hätten zu wenig ermittelt bzw. Kellermayr zu wenig Schutz und Unterstützung geboten, wollen sich nicht konkret zu diesen Vorwürfen äußern.

Man habe getan, was in dem Fall möglich war, hieß es. Das sagt auch die Oö. Ärztekammer, die der Ärztin - wie die Landespolizeidirektion Oberösterreich - zu mehr Zurückhaltung in der Diskussion geraten hatte. Außerdem wurde ihr von einem Funktionär mitgeteilt, dass ein Nachfolger für die Kassenarztpraxis schnell gefunden werde.

Bundesregierung schweigt

Der Suizid der monatelang mit Morddrohungen von Impfgegnern konfrontierten oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr hat nicht nur national, sondern auch international Wellen geschlagen. Politiker und Experten, die ebenfalls bedroht werden, solidarisierten sich. Während sich etwa in Deutschland etliche hochrangige Politiker klar äußerten, war in Österreich bis auf den Gesundheitsminister auch fünf Tage nach dem Tod nur Schweigen der Bundesregierung zu vernehmen.

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In Deutschland meldeten sich etwa Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), SPD-Vorsitzende Saskia Espen, Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz, der Präsident der deutschen Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, und sogar der stellvertretender Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, zu Wort. Tenor aller: Es müsse mehr gegen den zunehmenden Hass im Netz unternommen werden.

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