Briten infizierten sich freiwillig mit dem Coronavirus

Die Probanden ließen sich freiwillig eine geringe Dosis von Coronaviren injizieren. Symbolbild. 
Die Probanden ließen sich freiwillig eine geringe Dosis von Coronaviren injizieren. Symbolbild. Getty Images/iStockphoto
In Großbritannien haben sich nun erste Personen freiwillig mit dem Coronavirus infiziert. Was verrückt klingt, hat aber einen sinnvollen Hintergrund. 

Erstmals ließen sich Personen in Großbritannien freiwillig mit dem Coronavirus infizieren. Dies geschah im Rahmen einer Studie. Diese "Human-Challenge-Analysen" begannen am Samstag, das bestätigte das britische Gesundheitsministerium. Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich um die erste Studie weltweit, bei der Menschen bewusst mit dem Sars-CoV-2 infiziert werden. 

Die teilnehmenden Probanden würden "in einer sicheren und kontrollierten Umgebung" dem Virus ausgesetzt, hieß es. Außerdem würden die freiwilligen Covid-19-Patienten rund um die Uhr von Medizinern und Forschern bewacht. Diese Art der Forschung, bei der gesunden Menschen einem Erreger ausgesetzt werden, kam in der Vergangenheit schon öfter zum Einsatz, etwa bei der Erforschung von Grippe- und Malaria-Impfstoffen. 

Probanden erhielten keinen Impfstoff

Neu ist hingegen, dass Teilnehmer von früheren Studien im Vorfeld zunächst ein potenzieller Wirkstoff verabreicht wurde. Bei dem aktuellen britischen Projekt hingegen wurden junge, gesunde Menschen ausgewählt, weil diese ein vergleichsweise geringen Risiko haben, einen schweren Verlauf zu erwischen. Sie sollen zunächst die geringste mögliche Dosis an Viren verabreicht bekommen, die für eine Infektion notwendig ist. 

Der Sinn einer solchen Studie liegt darin, dass die Wissenschafter die Krankheitsverläufe unter bestimmten Bedingungen sowie die Wirkung unterschiedlicher Therapiemöglichkeiten untersuchen können.

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