Briten "out": Stürzt die Insel jetzt ins Chaos?

51,9 Prozent der Briten will aus der EU austreten. Doch die Folgen dieser Abstimmung sind noch völlig offen. In Schottland stimmte eine Mehrheit für den Verbleib in der EU, nun denkt man wieder laut über die Unabhängigkeit von Großbritannien nach.
Das wird alles nicht so einfach, wie es die Brexit-Befürworter in ihrer Kampagne dargestellt haben. Welche Optionen hat David Cameron nun? Und wer kann ihm einen Strich durch die Rechnung machen? Alle Gerüchte und Szenarien hier:

Volksbefragung nicht bindend

Das Referendum ist für die Regierung rein theoretisch nicht bindend. Cameron hat jedoch angekündigt, bei einer "Leave EU"-Mehrheit den Austritt formal einzuleiten. Gerüchten zufolge will er die Austrittsverhandlungen dem nächsten Premierminister überlassen und könnte sogar zurücktreten.

Die Verhandlungen an sich könnten alles andere als einfach werden. Die EU ist nicht glücklich über das Ergebnis und wird das auch die Briten spüren lassen. Die meisten Beobachter erwarten ein "europäisches Strafgericht" für die Briten.

Verhindert das Parlament

Im "House of Commons", dem britischen Parlament waren fast drei Viertel der Abgeordneten gegen einen EU-Austritt. Manche sagen, die Parlamentarier schmieden heimlich Pläne, um die Referendumsentscheidung noch zu kippen oder den Brexit-Effekt "abzumildern". Auch Neuwahlen wären möglich.

Verfassungskrise in England?

Schottland, Wales und Nordirland haben eigene Parlamente. Sie könnten den Brexit gewaltig sabotieren. Während im Parlament in London alle EU-Gesetze aus dem britischen Gesetzbuch gestrichen und ersetzt werden müssen, sind die eigenständigen Parlamente nicht verpflichtet, diese Änderungen anzunehmen.

Die Schotten, die erst 2014 über ihren Verbleib im Vereinigten Königreich abgestimmt haben, wollen in der EU bleiben. Das landesweite Ergebnis nahm die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon zum Anlass, laut über eine erneute Unabhängigkeitswahl in Schottland nachzudenken.

Was passiert mit all den EU-Beamten?

In Brüssel arbeiten derzeit über 1.200 britische Staatsbürger. 73 EU-Abgeordnete verlieren nach dem endgültigen Ausscheiden Großbritannien ihren Job.
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