Die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke HS2 von London in den Norden Englands entwickelt sich zum teuersten Bahn-Desaster der Geschichte.
Die Kosten werden mittlerweile auf 101 bis 118 Milliarden Euro geschätzt – ursprünglich waren nur umgerechnet rund 44 Milliarden eingeplant.
Dabei wird die Strecke am Ende wohl deutlich kürzer ausfallen, und die Züge werden auch langsamer fahren als geplant. Statt der ursprünglich anvisierten 360 km/h sind jetzt nur noch 320 km/h vorgesehen.
Wie NTV unter Berufung auf AFP berichtet, sollte die Strecke eigentlich London mit Birmingham, Manchester und Leeds verbinden. Doch nun wird sie wohl nur bis Birmingham führen – also weniger als halb so lang wie geplant.
Ursprünglich sollten die Schnellzüge bereits in diesem Jahr auf der neuen Trasse rollen. Daraus wird nichts – frühestens 2036 soll die erste Teilstrecke fertig sein.
Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander bezeichnete das Projekt im Unterhaus als "massiv überdimensioniertes Wahnprojekt" für das Ego konservativer Minister der Vorgängerregierung.
Besonders bitter: Selbst ein kompletter Abbruch des Vorhabens würde laut Alexander "fast genauso viel kosten wie die Fertigstellung". Die Briten stecken also fest – zwischen einem Milliardengrab und einem noch teureren Abbruch.