Seit dem Sommer trägt der Innenverteidiger Christoph Klarer die Schleife bei den "Blues". "Es war eine Riesenehre, im Sommer diese Rolle zu bekommen", sagt der 25-Jährige bei "Sky Sport Austria". Sportlich ordnet er die Saison realistisch ein: "Dieses Jahr ist für einen Aufsteiger sehr ordentlich." Der Traum vom Aufstieg ist nach zuletzt schwächeren Resultaten wohl geplatzt: "Für ganz oben wird es aber im Endeffekt heuer nicht reichen."
Die Championship beschreibt der Niederösterreicher als bisher härteste Station seiner Karriere. 46 Ligaspiele, hohe Intensität, kaum Pausen. "Das ist von Haus aus schon schwer, körperlich wie mental", sagt Klarer. Sein Schritt nach England kam früh. Mit 16 wechselte Klarer aus der Rapid-Akademie zu Southampton. "Es war eine Chance, die ich wahrnehmen wollte", blickt er zurück. Die Umstellung war groß: "Du bist weg von Familie und Freunden, was mit diesem Alter sehr schwer war." Gleichzeitig habe ihn die Zeit geprägt – auch abseits des Platzes.
Wichtige Impulse bekam er dort von Ralph Hasenhüttl. "Er hat mir die Chance gegeben", sagt Klarer über den heutigen Wolfsburg-Trainer. "Ich durfte mit aufs Trainingslager fahren und oft mittrainieren." Für mehr reichte es damals noch nicht: "Ich musste weitere Zwischenschritte machen, um dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin."
Trotz seiner Karriere im Ausland ist die Verbindung zur Heimat eng geblieben. Vor allem zu Grün-Weiß. "Rapid ist weiterhin mein Herzensverein", sagt Klarer. "Diese Connection ist einfach noch da." Die Entwicklung der Wiener verfolgt er genau und spart nicht mit Lob für die Strahlkraft des Klubs: "In Österreich ist Rapid das Nonplusultra, wenn es um Fans, Stimmung und Status geht."
Auch sportlich traut er den Hütteldorfern etwas zu. "Grundsätzlich ist es der Anspruch von Rapid, Titel zu holen", sagt Klarer. Die Meistergruppe sei eng, vieles möglich. Gleichzeitig betont er die besondere Erwartungshaltung: "Druck ist bei Rapid immer da."
Eine Rückkehr schließt der Abwehrspieler nicht aus – zumindest langfristig. "Es wäre natürlich schön, wenn ich am Ende meiner Karriere nochmal dort spielen könnte. Das wäre nochmal eine schöne Station." Konkreter wird er aber nicht: "In meiner aktuellen Situation ist es schwer, Versprechen abzugeben."