Laut einem neuen Gutachten muss die Fahrbahnbreite der Donaubrücke Stein-Mautern reduziert werden. Nur landwirtschaftliche Fahrzeuge bis fünf Tonnen, Radfahrer und Fußgänger sollen die marode Brücke künftig nutzen können. Pkw-Fahrer müssen über die St. Pöltner Brücke ausweichen – "Heute" berichtete hier.
Mittels Dringlichkeitsanträgen im Gemeinderat fordert die Stadt Krems rasche Lösungen. Die Stadt drängt das Land NÖ zu einem raschen Bau der Ersatzbrücke sowie Entlastungen im Regionalverkehr.
Konkret soll es eine Ausnahmeregel für Motorräder, Mopeds sowie Rettungsfahrten geben. Die Fertigstellung der Ersatzbrücke könne "voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren erfolgen", befürchtet Stadtchef Peter Molnar (SP).
Bis zu 4.000 Fahrzeuge passieren täglich die Brücke, der Schaden für die Region mache mehrere Mio. Euro aus – am 6. Mai wurde deshalb ein Krisentreffen mit Experten des Landes fixiert. Mit dabei: Bürgermeister Molnar, Vertreter der Brückenbauabteilung des Landes Niederösterreich, Bürgermeister Heinrich Brustbauer aus Mautern und Bezirkshauptmann Günter Stöger (Bezirk Krems-Land).
Molnar: "Da die Ausschreibung der Ersatzbrücke nach zweijähriger Verspätung im März 2026 gestartet wurde, kann die Fertigstellung voraussichtlich erst in zwei bis drei Jahren erfolgen. Bis dahin muss in Krems und der Wachau ein Verkehrschaos verhindert werden, da rund 3.000 bis 4.000 Autos die Mauterner Donaubrücke täglich queren. Der wirtschaftliche Schaden für die Stadt Krems, die Kremser Bevölkerung, die Wirtschaft sowie die gesamte Region wird sich auf mehrere Millionen Euro pro Monat belaufen."
Im Kern gehe es nun darum, dass alle einspurigen Fahrzeuge (somit auch Motorräder und Mopeds), Rettungs- und Notarztfahrzeuge, Krankentransporte, Behindertenfahrzeuge und Transporte von Menschen mit Behinderung, First Responder (Ersthelfer) im Einsatz sowie Fahrzeuge von Organisationen der Alten- und Hauskrankenpflege die Brücke nützen sollen dürfen.
Wie berichtet, muss die bestehende Donaubrücke laut dem Land Niederösterreich innerhalb von vier Wochen für Lkw, Pkw und Motorräder gesperrt und der Verkehr über die St. Pöltner Brücke (B37) umgeleitet werden (das war der Stand am 27.4.2026). Die Brücke soll einstreifig geführt und der Verkehr per Ampel geregelt werden. Die seitlichen Gehwege müssen gesperrt werden, auch die Fahrbahnbreite muss verringert werden. Für Fußgänger soll ein gesicherter Bereich auf der Fahrbahn eingerichtet werden.
"Da die beiden Bezirkshauptleute von Krems-Stadt und Krems-Land die Verordnungen erlassen müssen, werden wir in den Verhandlungen noch auf weitere Verbesserungsmaßnahmen für die Bevölkerung drängen und vor allem einen umfangreichen Notfall-Verkehrsplan und ausreichende Entlastungsmaßnahmen im Regional- und Stadtverkehr einfordern", kündigt Bürgermeister Molnar an. Einen entsprechenden Dringlichkeitsbeschluss hatte der Kremser Gemeinderat am Mittwochabend mehrheitlich gefasst. So soll der Notfall-Verkehrsplan Maßnahmen zur Entlastung der St. Pöltner Brücke und des Kremser Stadtzentrums (B3, B35 und Austraße) beinhalten.
"Tausende Menschen werden damit gezwungen, den Umweg über die ohnehin stark befahrene St. Pöltner Brücke in Kauf zu nehmen. Das trifft nicht nur Pendlerinnen und Pendler und die Betriebe in der Wachau mit voller Wucht, sondern auch die Stadt Krems. Denn sie alle müssen künftig durch die Stadt. Mehr Lärm, Abgase und Zeitverlust werden dadurch zum Dauerproblem", sagte NEOS-Gemeinderat Robert Simlinger.
Auch er spricht sich deshalb im Antrag klar für eine Erweiterung der bisherigen Ausnahmeregelungen aus – unter anderem für Menschen mit Behinderung, Krankentransporte, Rettungsdienste sowie Organisationen der Pflege. Simlinger betont: "Es kann nicht sein, dass gerade jene, die für die Versorgung und Sicherheit der Menschen unverzichtbar sind, vor zusätzliche Hürden gestellt werden. Hier geht es um funktionierende Abläufe und Verlässlichkeit im Alltag. Viel Zeit ist bereits verloren gegangen – jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt. Das Land muss Verantwortung übernehmen und sowohl den Bau der Ersatzbrücke als auch tragfähige Übergangslösungen konsequent und ohne weitere Verzögerung vorantreiben."