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Brunei: Wer Weihnachten feierte, "sitzt" fünf Jahre

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:07

Weil der Herrscher von Brunei, Sultan Hassanal Bolkiah, durch das Weihnachtsfest eine Gefahr für den Glauben von Muslimen befürchtete, ließ er kurzerhand alle öffentlichen Weihnachtsfeiern verbieten. Zuwiderhandeln wurde streng bestraft - mit Geldstrafen bis zu 20.000 Euro oder fünf Jahren Haft. Private Weihnachtsfeiern in den eigenen vier Wänden mussten durch die Behörde genehmigt werden.

Auch religiöse Symbole wie Kreuze, das Singen von Weihnachtsliedern, das Schmücken von Christbäumen oder das Versenden von Weihnachtswünschen wurden per Verbot untersagt, wie "Kathpress" berichtet. Damit sollten "exzessive und öffentliche" Weihnachtsfeiern verhindert werden, das sie "den Glauben der islamischen Gemeinschaft gefährden" könnten.

Der Sultan ist als absoluter Hardliner in Religionsfragen bekannt und hatte bereits 2014 die Scharia als Rechtsordnung eingeführt. Druck gibt es seit Jahren auf die nichtmuslimische Bevölkerung des Kleinstaates auf der Insel Bormeo, rund 30 Prozent der Bevölkerung (rund 400.000 Einwohner gesamt). Zehn Prozent der Bevölkerung sind Christen, hauptsächlich mit chinesischen Wurzeln. 

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