Immer mehr erschütternde Details zu einer Wahnsinns-Tat in der Wiener Donaustadt kommen nun ans Tageslicht. Eine Gruppe von Jugendlichen soll drei Burschen am Wonkaplatz abgepasst, brutal verprügelt und einen davon sogar sexuell missbraucht haben. Besonders verstörend: Die Verdächtigen hielten die Qualen ihrer Opfer mit dem Handy fest und verbreiteten die Videos stolz im Netz. Einer der verprügelten Jugendlichen (16) dürfte aber auch kein Kind von Traurigkeit sein: Er soll nur einen Tag zuvor zwei Männer brutal niedergestreckt haben.
Hinter der Tat am Wonkaplatz soll "Heute"-Informationen zufolge ein Rachemotiv stecken. Einen Tag zuvor kam es beim Gewerbepark Stadlau zu einer wilden Schlägerei zwischen Jugendlichen und zwei Erwachsenen. Die Männer waren bei einem Würstelstand und fühlten sich von den Teenagern belästigt.
Also forderten sie die Burschen dazu auf, leiser zu sein oder zu verschwinden. Die Halbstarken ließen das nicht auf sich sitzen und verprügelten die Männer brutalst. Eines der Opfer schleiften sie mit dem Gesicht nach vorne über Stiegen und fügten ihm mehrere Knochenbrüche zu.
Nur einen Tag später war die Tochter (15) dieses Opfers mit ihrem Freund (17) und sieben weiteren Jugendlichen am Wonkaplatz unterwegs. Die 15-Jährige erkannte einen der mutmaßlichen Täter (16), der ihren Vater verprügelt haben soll, wie er mit zwei Freunden (15, 16) vor Ort war. In dem Moment geriet das Trio ins Visier der neunköpfigen Bande. Die Angreifer gingen mit beispielloser Brutalität vor, raubten die drei Burschen aus und fügten ihnen schwere Verletzungen zu.
Doch damit nicht genug: Eines der Opfer (15) wurde von der Gruppe sexuell missbraucht, während die Peiniger die Tat mit ihren Smartphones filmten und die Aufnahmen schamlos in den sozialen Medien teilten. Das Vorgehen der Bande war derart brutal, dass die Aufnahmen selbst für hartgesottene Ermittler schwer zu ertragen waren. Laut derzeitigem Ermittlungsstand hatte der missbrauchte Bub (15) mit der Schlägerei am Vortag nichts zu tun.
Die Attacke am Wonkaplatz dürfte also eine Racheaktion für den eigenen Vater gewesen sein. Darauf deuten auch Details zur Tat selbst hin: Die Prügler schleiften eines der Opfer ebenfalls mit dem Gesicht nach vorne über mehrere Stiegen. Sie stellten die Taten also teilweise nach und wollten offenbar, dass die Jugendlichen dasselbe erleben müssen, wie der Vater der 15-jährigen Österreicherin.
Die Ermittler des Landeskriminalamts Wien, Außenstelle Nord (Gruppe Hauer), arbeiteten wochenlang unter Hochdruck, um die Tätergruppe auszuforschen. Nun folgte der Paukenschlag: Insgesamt neun Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren wurden festgenommen – unter den mutmaßlichen Tätern befinden sich überraschenderweise auch drei Mädchen.
Für fünf der Verdächtigen endete der Beutezug direkt hinter schwedischen Gardinen. Ein 14-jähriger Türke, ein 15-jähriger Afghane, ein 19-jähriger Iraner sowie zwei Österreicher (beide 17) befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die restlichen vier Beteiligten – ein 16-jähriger Österreicher sowie drei Mädchen im Alter von 14, 15 und 17 Jahren (Nationalitäten: Slowakei und Österreich) – wurden auf freiem Fuß angezeigt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.