Bub stirbt an Beulenpest, Dutzende müssen in Quarantäne

Nekrose in den Fingern in Folge einer Ansteckung mit der Beulenpest. Symbolfoto
Nekrose in den Fingern in Folge einer Ansteckung mit der Beulenpest. Symbolfotopicturedesk.com/Science Photo Library
Mehr als zwei Dutzend Menschen müssen in Quarantäne, nachdem bei einem jüngst verstorbenen 15-Jährigen eine Beulenpest-Infektion festgestellt wurde.

Ein Jugendlicher ist im Westen der Mongolei nach einer Infektion mit dem Bakterium Yersinia pestis an der davon ausgelösten Beulenpest gestorben. Der 15-Jährige soll sich durch den Verzehr von Murmeltier-Fleisch mit der tödlichen Krankheit angesteckt haben.

Internationalen Medienberichten zufolge, hatte der Bursch das Tier zusammen mit zwei Freunden verspeist. Drei Tage später war er tot. Die beiden anderen Jugendlichen und 15 andere Personen, die mit ihnen Kontakt hatten, wurden isoliert und werden in Krankenhäusern behandelt. In sechs Bezirken wurden Ausgangssperren verhängt. Elf weitere Menschen eines anderen Kontaktpunkts befinden sich ebenfalls in Quarantäne. 

Der Tod des 15-Jährigen war anfangs als Verdachtsfall eingestuft worden, mittlerweile gehen Behörden tatsächlich von einer Beulenpest-Ansteckung aus. Ein Labortest hätte ein positives Ergebnis auf den Erreger geliefert. 

Vergangene Woche hatte die Beulenpest auch im Norden von China für Unbehagen gesorgt. In einem Krankenhaus der Stadt Bayan Nur, rund 760 Kilometer von Peking entfernt, habe es demnach einen Verdachtsfall gegeben. Die Behörden sind alarmiert, haben wegen einer drohenden Epidemie für das gesamte Stadtgebiet eine Warnung der Stufe 3 auf ihrer vierteiligen Skala ausgegeben. Diese soll noch bis Ende des Jahres in Kraft bleiben. 

Der Schwarze Tod

Die Pest ist eine schwere, hochansteckende Infektionskrankheit, die von dem Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Natürliche Überträger des Pest-Bakteriums stellen Nagetiere, vor allem Ratten, aber auch Mäuse, Wiesel, Hasen usw. und ihre Flöhe dar, wie das Gesundheitsministerium informiert. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Bisse von Flöhen, die auf infizierten Ratten oder Haustieren leben (Beulenpest) oder durch Tröpfcheninfektion (insbesondere bei Lungenpest).

Weltweit registriert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 1.000 bis 3.000 Pestfälle pro Jahr, meistens in Form kleinerer, örtlich begrenzter Epidemien. In Europa gab es den letzten dokumentierten Pestausbruch im Zweiten Weltkrieg. Man nimmt an, dass die Pest gegenwärtig in Europa nicht mehr existiert.

Eine der schlimmsten Pandemien der Weltgeschichte geht auf den Pest-Erreger zurück. Der sogenannte Schwarze Tod forderte alleine in Europa zwischen 1346 und 1353 – in Wien ab Ende 1349 – geschätzt 25 Millionen Todesopfer. Ein Drittel der damaligen Bevölkerung des Kontinents verstarb in Folge der gefährlichen Seuche.

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