Josef Bucher konnte sich gegen Michael Spindelegger erstaunlich gut halten. Der ÖVP-Chef wirkte gekünstelt, seine Emotionen gerieten beim Hypo-Thema wie auch bei Faymann aus dem Ruder. Nur aufgesetzt?
Der BZÖ-Chef zeigte sich im Duell gegen den Vizekanzler locker und angriffig. Merkbar fischte Bucher im Wählerteich seines Kontrahenten: So hielt er Spindelegger von Anfang an vor, dass die ÖVP sich nicht mehr um die kleinen Betriebe, sondern nur noch um Konzerne und Banken kümmere und den Mittelstand vernachlässige, was Spindelegger von sich wies.
Auch das Thema Hypo kam zur Sprache. Wie schon am Dienstag Kanzler Werner Faymann im Duell gegen Bucher hier extrem emotional reagierte und dem BZÖ-Chef unterstellte, dass dieser mit am Kärnter Desaster beteiligt gewesen sei, wurde auch Spindelegger an dieser Stelle angriffig und laut: " Ich rufe in Erinnerung. Wer hat die 20 Mrd Haftung unterschrieben? Das war Ihr Freund, der Landeshauptmann Jörg Haider! Und da wollen Sie mir jetzt sagen, damit haben Sie nichts zu tun? Bekennen Sie sich! Das lasse ich mir nicht gefallen!" Erst als Thurnher ihn mehrmals zur Ordnung rief, beruhigte sich der ÖVP-Chef einigermaßen. Bloß wirkten bei ihm die Emotionen weniger echt, wie bei seinem Regierungspartner - was Bucher auch gleich vermerkte: "Haben Sie die Konfrontation mit dem Faymann angeschaut? Gut kopiert"!
Bucher bot Spindelegger eine Allianz für eine Steuerdeckelung an - Spindelegger gab zurück, dass diese Steuer-Idee von seiner Partei kam und ging nicht auf dieses Angebot an.