Budget-Granturismo für die ganze Familie

Nach dem Sunbeam 1500 GT drehen sich nicht die Köpfe, wenn er vorbeifährt – obwohl er seltener sein dürfte als mancher Lamborghini.
Der Sunbeam 1500 GT war die Speerspitze eines Untere-Mittelklasse-Modells, das die Rootes Group 1970 als Sunbeam 1250/1500 lancierte. Der britische Automobilkonzern war in den späten 1960er-Jahren von Chrysler übernommen worden.

Obschon ein Erfolg, sind diese Autos aus dem Straßenbild fast vollständig verschwunden – ein guter Grund, darin Platz zu nehmen und loszufahren.

Rückkehr in die untere Mittelklasse

Im Februar 1970 wurde der viersitzige Sunbeam 1250/1500 vorgestellt, der je nach Markt auch Hillman Avenger heißen konnte oder andere Bezeichnungen erhielt. Es war ein modernes, konventionell konzipiertes, gradlinig gezeichnetes, aber vor allem ein günstiges Auto.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Zunächst gab es den Sunbeam mit braven 1,3- und 1,5-Liter-Motoren, schon einige Monate nach der Lancierung erschien aber der 1500 GT und der lockte mit heißen 76 PS.

GT-Streifen und Spurtkraft

Von außen gab sich der GT an einem mattschwarzen Kühlergrill, GT-Zierstreifen am unteren Karosserierand, speziellen Radkappen und einer eingeschwärzten B-Säule zu erkennen.

886 kg wog der kleine Sportler. Er beschleunigte in 14,8 Sekunden von 0 bis 100 km/h und, wenn nötig, weiter bis 159 km/h Spitzengeschwindigkeit. Damit hängte er seine schwächeren Geschwister, aber auch die Konkurrenz im ähnlichen Preissegment wie den 1500 GT, deutlich ab.

Der viertürige GT blieb allerdings nur rund zwei Jahre im Programm, dann wurde er im September 1972 durch einen ähnlichen GLS mit drei PS mehr Leistung ersetzt. Der hatte nun Sportfelgen und ein Vinyldach und war eher in Richtung Luxus getrimmt.

Sportfahrer mussten aber nicht lange darben. Bereits wenige Monate später erschien der GT erneut, nun aber als Zweitürer. Die Designer hatten die Karosserie überarbeitet und modernisiert. Als GT-Version gab es gut sichtbare Rallye-Streifen und serienmäßig ein farblich abgesetztes Vinyldach. Drinnen waren vier Rundinstrumente und ein Sportlenkrad verbaut.

Ehrliches Auto

Wer sich ans Steuer eines Sunbeam 1500 GT setzt, braucht keine langen Instruktionen, um mit dem Wagen zurechtzukommen. Die Knöpfe sind gut beschriftet, viele davon gibt es sowie nicht. Das Vierganggetriebe schaltet sich exakt und leichtgängig, der Sunbeam gibt sich handlich und handzahm.

Es fährt sich gut im kompakten GT, dessen Außenmaße geringer ausfallen als die eines modernen Golfs. Vor allem die reduzierte Breite bemerkt man, zudem ist die Übersichtlichkeit nach vorne deutlich besser als bei heutigen Autos. Nach hinten ist das Heck zwar nicht ersichtlich, aber es ist ja erfreulich nahe, so dass man auch beim Parken keine Mühe hat.

Natürlich entfaltet der brave Vierzylinder kein Temperament wie ein neuzeitlicher Turbo-Benziner, langsam ist man deswegen aber noch lange nicht. Im Alltag wird man kaum je abgehängt und Autobahn-Richtgeschwindigkeit erreicht der Brite in kurzer Zeit.

Bei Passanten stößt man meist auf fragende Gesichter, wenn der Wagen überhaupt auffällt. Kaum jemand kann sich noch an den Avenger erinnern und auch bei Briten-Treffen sind sie echte Exoten.

Das gefahrene Exemplar wurde aber über die Jahrzehnte gut behütet und lebt hoffentlich noch viele Jahre weiter.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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