FPÖ übt scharfe Kritik

"Bürger 2. Klasse" – die geheime Streichliste des ORF

Riesen-Aufregung um die Abschaltung von Sendeanlagen: Laut FPÖ seien 64.000 Personen betroffen, laut ORF "wenige Hundert Haushalte".
Niederösterreich Heute
09.08.2026, 16:58
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Betroffen sind Standorte für UKW-Radio sowie MUX A für digitales Antennenfernsehen. Laut einem von der FPÖ thematisierten Abschaltplan sollen davon insgesamt rund 64.000 Menschen betroffen sein. Der ORF reagierte seinerseits in einer Aussendung: Die von der FPÖ angeführten Behauptungen seien "falsch".

Ein erster Test soll bereits im Mai in Oberösterreich erfolgt sein. Ab 18. August sollen weitere Standorte in Oberösterreich und Kärnten folgen. Im September sind Abschaltungen in der Steiermark vorgesehen, im Oktober in Niederösterreich (siehe Teaser-Bild oben). Im November sollen weitere Standorte in der Steiermark sowie in Tirol und Vorarlberg folgen. Wien ist von den Maßnahmen nicht betroffen.

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Kritik kommt von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. Er verweist unter anderem auf die Bedeutung von UKW-Radio bei Katastrophen und Blackouts. Batteriebetriebene Radios gelten in solchen Situationen als wichtige Möglichkeit, behördliche Warnungen und Informationen zu empfangen.

So viele sind betroffen

Der ORF begründet die Reduktion des Sendernetzes laut Bericht der "Krone" mit der vergleichsweise geringen Nutzung terrestrischer Empfangswege.

Kritik der FPÖ

Hafenecker kritisiert zudem, dass betroffene Haushalte weiterhin denselben ORF-Beitrag bezahlen müssten und für alternative Empfangsmöglichkeiten wie Satellit oder Streaming möglicherweise zusätzliche Kosten entstehen. Er erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung der FPÖ nach einer Abschaffung des ORF-Beitrags.

"Zwangsgebühren kassieren, Leistungen streichen und hochdotierte Chefposten verteilen – das ist typisch für diese abgehobene Propagandaorgel", kommentiert FPÖ Niederösterreich Landesparteiobmann und LH-Stellvertreter Udo Landbauer Berichte über die heimlichen ORF-Pläne zur ersatzlosen Abschaltung von rund 70 Sendeanlagen in acht Bundesländern. In Niederösterreich seien 13 überwiegend ÖVP-geführte Gemeinden und damit bis zu 15.000 Gebührenzahler betroffen.

Reduktion in NÖ: Die Liste
privat

"Genau das streicht jetzt der ORF"

"Im Katastrophen- und Blackoutfall ist das Batterieradio das letzte krisenfeste und auch vom Zivilschutz empfohlene Warnmittel und kann im Ernstfall Leben retten – aber genau das streicht jetzt der ORF. Dass offenbar nicht einmal die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden und der Zivilschutz darüber informiert worden sind, spricht Bände", schüttelt Landbauer über "diesen Angriff auf die Informationssicherheit und den ländlichen Raum den Kopf", wie es in einer Aussendung heißt.

LH-Stellvertreter Udo Landbauer: Attacke auf Bürger werde FPÖ nicht hinnehmen.
Helmut Graf

"Der ORF schafft somit Bürger zweiter Klasse, indem er auch am Land die vollen 15,30 Euro für weniger Leistung kassiert und redet aber am 11. August über mehr Geld und die Vergabe von 13 üppigen Führungsposten", so Landbauer weiter und fordert: "Der Plan muss vom Tisch. Es kann nicht sein, dass der ORF auf dem Rücken der Sicherheit unserer Landsleute und des ländlichen Raums seine Küniglberg-Spampanadel finanziert."

Die FPÖ werde diese Attacke auf die Bürger nicht hinnehmen und fordert: "Schluss mit dem Zwangsgebühren-System und hin zu einem ORF, der für die Österreicherinnen und Österreicher da ist, anstatt sie auszusackeln und im Krisenfall im Stich zu lassen!"

"Diese Behauptung ist falsch"

Dass der ORF 64.000 Österreicherinnen und Österreichern bis Jahresende einfach TV und Radio abdrehen wolle, sei nicht richtig, heißt es in einer Aussendung des ORF: "Diese Behauptung ist falsch." Die Netzabdeckung des ORF-Sendernetzes beträgt 99 Prozent des österreichischen Bundesgebietes und "daran wird sich auch durch die geplanten Optimierungsmaßnahmen nichts ändern. Damit ist auch im Krisenfall die umfassende Versorgung der österreichischen Bevölkerung durch das ORF-Sendernetz unverändert sichergestellt. Durch die Optimierung des Sendernetzes können rd. 1,5 Mio. Euro pro Jahr nachhaltig eingespart werden".

Faktum sei, "dass der ORF im Zuge der ihm aufgetragenen Einsparungsmaßnahmen unter anderem auch sein terrestrisches Sendernetz in ganz Österreich optimiert, um dieses noch wirtschaftlicher führen zu können. Bis Jahresende werden Kleinstsendeanlagen in Randlagen außer Betrieb genommen, die zum größten Teil durch andere Sendeanlagen abgedeckt werden". Man dürfe nicht die in den betroffenen Gemeinden lebenden Personen mit der Anzahl der tatsächlich betroffenen Haushalte gleichsetzen.

"Wenige Hundert Haushalte Änderungen bemerken"

"94% der Österreicherinnen und Österreicher empfangen den ORF via Satellit, Kabel oder Streaming, lediglich 6% über Antenne. Die allermeisten TV-Haushalte nutzen mehr als einen Empfangsweg", heißt es in der Aussendung. Von den theoretischen 64.000 Personen "werden also, wenn überhaupt, wenige Hundert Haushalte Änderungen in der TV-Versorgung bemerken. In den meisten Fällen wird im Falle einer Doppelversorgung durch den Wechsel auf eine andere Frequenz oder die Nutzung eines anderen Empfangsweges Abhilfe zu schaffen sein. Satellit und Streaming sind weiterhin überall verfügbar. In einzelnen eng begrenzten Gebieten kann es im Zuge dieser Umstellungen zu Einschränkungen beim Empfang über Antenne oder UKW kommen."

Besonderen Wert lege der ORF auf persönliche Unterstützung: Betroffene Nutzerinnen und Nutzer können sich an das ORF-Kundenservice wenden, um gemeinsam eine individuelle Lösung für ihre jeweilige Empfangssituation zu finden.

Telefon: 0800 090 010, Montag bis Samstag von 8.00 bis 21.00 Uhr

Online: https://der.orf.at/kontakt

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 09.08.2026, 19:45, 09.08.2026, 16:58
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