Ein Hundebiss Anfang Juni hat für einen pensionierten Kärntner Arzt schwere Folgen gehabt. Ein Staffordshire Bullterrier attackierte den Mann laut "Kleine Zeitung" während einer Radtour. Seine Verletzungen mussten im Klinikum Klagenfurt mit insgesamt 33 Nähten versorgt werden.
Der Vorfall beschäftigt den Pensionisten bis heute. Neue Brisanz bekommt das Thema durch eine weitere Hundeattacke im Bezirk Völkermarkt: In der Vorwoche war ein siebenjähriger Bub mit seinem Jack Russell Terrier unterwegs, als ein Staffordshire Terrier aus einem Haus entkam. Das Kind blieb unverletzt, sein Hund wurde jedoch mehrfach gebissen und verendete noch an Ort und Stelle.
Der pensionierte Arzt war Anfang Juni am frühen Abend mit seinem Fahrrad unterwegs. Kurz nach 17 Uhr näherte er sich von hinten zwei Frauen, die mit einem Staffordshire Bullterrier unterwegs waren. "Ich habe geklingelt und abgebremst", erinnert sich der Mann im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung".
Nach seinen Angaben wurde der Hund an einer langen Leine geführt. Das Tier lief auf den Radfahrer zu und biss ihm zunächst in den linken Unterschenkel, anschließend auch in den rechten Unterarm.
"Ich hatte tiefe Rissquetschwunden, ein ganzer Hautlappen wurde mir herausgerissen", schildert der pensionierte Arzt der Tageszeitung.
Noch am Ort der Attacke kümmerte sich der Mediziner zunächst selbst um seine Verletzungen. Besonders eine mögliche Infektion bereitete ihm Sorgen.
"Ich hatte solche Angst vor einem Keim, der sich breitmacht. Das war schon eine dramatische Geschichte", sagt der Arzt zur "Kleinen Zeitung".
Im Klinikum Klagenfurt musste der Pensionist schließlich operiert werden. Seine Verletzungen wurden mit 33 Nähten versorgt. Die Folgen begleiteten ihn noch lange: "Nach dem Krankenhaus war ich wochenlang daheim, mein ganzer Sommer war verhaut."
Rachegedanken habe er keine. Nach seiner eigenen Erfahrung und der jüngsten Attacke im Bezirk Völkermarkt wünscht er sich allerdings auch in Kärnten eine Diskussion über besondere Regeln für bestimmte Hunderassen.
"Was, wenn das nächste Mal ein Kind angefallen wird?", fragt der Kärntner Arzt in der Tageszeitung.
Österreichweit gibt es keine einheitliche Regelung für sogenannte Listenhunde. Die Vorschriften sind Sache der Bundesländer. Während etwa Wien für die Haltung bestimmter Rassen besondere Vorgaben vorsieht, gibt es in Kärnten keine Rasseliste. Dort gilt an öffentlichen Plätzen und im besiedelten Gebiet für alle Hunde eine Leinen- oder Maulkorbpflicht.
Die Verletzungen des pensionierten Arztes sind mittlerweile verheilt, auch mit dem Fahrrad ist er wieder unterwegs. Den Ort der Attacke vom 4. Juni meidet er allerdings weiterhin.
"Ich habe Angst, dass ich dort wieder auf ihn treffe, wird der Mediziner in der Tageszeitung zitiert. Ende September wird der pensionierte Arzt den Hundebesitzern wieder begegnen. Dann findet wegen der Hundeattacke eine Verhandlung am zuständigen Bezirksgericht statt.