Die deutsche Bundesregierung hat den Verkauf eines Großteils ihrer Anteile am Energiekonzern Uniper eingeleitet. Eine entsprechende Verkaufsanzeige wurde in der Printausgabe der "Financial Times" geschaltet.
Derzeit hält der Bund über 99 Prozent der Anteile an Uniper. Gegenüber der EU-Kommission hatte sich Berlin dazu verpflichtet, seine Beteiligung bis spätestens 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren.
Wie n-tv.de berichtet, liegt der Börsenwert von Uniper derzeit bei rund 18 Milliarden Euro. Der Konzern beliefert unter anderem mehr als 1000 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Erdgas.
Der deutsche Staat hatte Uniper nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Einstellung der russischen Gaslieferungen Ende 2022 mit einer Verstaatlichung und einer Kapitalspritze von 13,5 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet.
Im Jahr 2025 erzielte Uniper einen Nettogewinn von 1,43 Milliarden Euro – weit entfernt vom massiven Verlust von 19,1 Milliarden Euro aus 2022.
Der Bund prüft neben dem Verkauf über Aktien am Kapitalmarkt auch außerbörsliche Veräußerungsoptionen. Auch nach Abschluss des Privatisierungsprozesses will Deutschland weiterhin 25 Prozent plus eine Aktie an Uniper halten.
Unklar ist noch, welche Investoren der Bund im Blick hat. Als mögliche Interessenten gelten langfristig ausgerichtete Investoren wie etwa Brookfield aus New York.