Österreich geht mit moderat gefüllten Gasspeichern aus dem Winter: Aktuell liegt der Stand bei 35,5 Prozent. Für die Bundesregierung ist das eine solide Ausgangslage – gleichzeitig wird betont, dass stabile Versorgung kein Selbstläufer ist, sondern Ergebnis politischer Vorsorge.
Im Zentrum steht weiterhin die strategische Gasreserve. Sie umfasst 20 Terawattstunden und deckt damit rund ein Viertel des jährlichen Gasverbrauchs ab. Im europäischen Vergleich zählt Österreich damit zu jenen Ländern mit besonders hoher Absicherung.
Diese Reserve soll verlängert werden. Derzeit ist sie bis April 2027 vorgesehen, eine Ausweitung bis 2029 wird innerhalb der Regierung abgestimmt. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) drängt auf rasche Entscheidungen, um sich frühzeitig Speicherkapazitäten zu sichern und Kosten zu begrenzen. Geplant ist eine Verlängerung der bestehenden Reserve sowie eine frühzeitige, längerfristige Buchung von Speicherplätzen.
Der Minister sieht die Gasreserve als zentrales Instrument staatlicher Vorsorge und warnt davor, bei der Versorgungssicherheit zu sparen. Österreich habe früh reagiert und sei im internationalen Vergleich gut aufgestellt, diesen Kurs wolle man beibehalten.
Auch auf europäischer Ebene rückt das Thema stärker in den Fokus. Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten zuletzt dazu aufgerufen, ihre Speicher rechtzeitig vor dem nächsten Winter zu füllen. Gleichzeitig prüfen einzelne Länder – darunter Deutschland – ähnliche Modelle wie in Österreich.
Vor diesem Hintergrund fordert Hattmannsdorfer mehr Koordination innerhalb der EU, um Preisschwankungen abzufedern und Konkurrenz um Gas und Speicherkapazitäten zu vermeiden.
Seit 2022 hat Österreich seine Gasversorgung breiter aufgestellt, unter anderem durch Lieferungen aus Norwegen sowie LNG-Importe aus den USA und Großbritannien. Dennoch bleibt die Abhängigkeit von globalen Märkten bestehen – entsprechend groß ist die Bedeutung von Reserven und klaren energiepolitischen Rahmenbedingungen.