Nahost-Krise

"Energiepolitisch stabil" – Minister gibt Entwarnung

Angesichts des Iran-Kriegs gab Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer Entwarnung. Österreich sei "energiepolitisch stabil".
Newsdesk Heute
03.03.2026, 16:16
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Aufgrund der Nahost-Eskalation und den damit möglicherweise verbundenen Lieferengpässen stellt sich auch in Österreich die Frage nach der Versorgungssicherheit. Diesbezüglich war Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) am Dienstag um Beruhigung bemüht. Er stellte klar, dass Österreich bei der Versorgungssicherheit "im europäischen Spitzenfeld" liege.

Demnach verfüge man hierzulande über eine technische Gasspeicherkapazität von rund 100 TWh – einem Volumen, welches deutlich über dem gesamten Vorjahresverbrauch (80,4 TWh) liegt. Ähnliche Werte würden in Europa nur Lettland und die Ukraine vorweisen können.

Kein Öl oder Gas aus Iran

Auch aktuell seien die Speicher noch zu 36 Prozent voll. Das bedeutet eine strategische Gasreserve von 20 TWh, was rund zwei kalten Wintermonaten entspreche. Auch auf dem Ölsektor sei man abgesichert. Man verfüge über Notstandsreserven für 90 Tage. Für Hattmannsdorfer sei dies ein klares Zeichen dafür, dass die seit 2022 vorangetriebene Diversifizierung Wirkung zeigt.

Österreich sei nicht mehr von nur einem einzigen Lieferland abhängig. Im Fall von Gas bezieht Österreich 69 Prozent über Deutschland und 31 Prozent aus Italien. Der größte Händler von LNG in der EU sei die USA (60 Prozent). Auf Katar entfallen 15 Prozent der Importe.

Betrachtet man die Ölversorgung, so importiert Österreich jährlich neun bis zehn Millionen Tonnen. Rund zehn Prozent gewinnt man durch nationale Förderung. Hauptlieferanten seien Kasachstan (56 Prozent), Libyen (14 Prozent) und Saudi-Arabien (12 Prozent). Aus dem Iran importiere man kein Gas oder Rohöl.

Klarheit in kommenden Tagen

Gleichzeitig betonte Hattmannsdorfer, dass die Märkte natürlich sensibel auf geopolitische Spannungen reagieren. Die kommenden Tage würden zeigen, wie stark sich das auf Endkundenpreise auswirkt. Hierfür habe das Wirtschaftsministerium mit WIFO, ASCII, E-Control und WKO eine Taskforce eingerichtet. Dort beobachte man laufend die aktuelle Lage.

WIFO-Ökonom Harald Oberhofer gab zu bedenken, dass eine dauerhafte Blockade der Straße von Hormus durch den Iran sich auf die Preise auswirken könne. Zudem seien die Entwicklungen auch von den weiteren Ereignissen im Nahen Osten abhängig. Im Jahr 2025 liefen rund 16 Prozent der Rohölimporte Österreichs über die Straße von Hormus. Das Risiko einer Versorgungsunterbrechung bestehe für Österreich jedoch nicht.

Derzeit würden vor allem noch chinesische Tanker die Meerenge passieren. Oberhofer betonte, dass weder China noch die USA Interesse an hohen Energiepreisen hätten. Seitens der USA könnte es damit sowohl zu einer militärischen Lösung als auch zu einer Ausweitung der Öl- und Gasförderung kommen. China könnte durch politische Einflussnahme auf den Iran einwirken, um Preise einzudämmen.

Aufgaben der Taskforce

Die nun eingerichtete Taskforce beschäftigt sich vor allem mit dem täglichen Marktmonitoring, Lieferketten- und Transportanalysen, Szenarienbewertungen, mit der Prüfung strategischer Instrumente sowie den volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

Des Weiteren habe man das IHS beauftragt, die laufende Sonderuntersuchung der Treibstoffpreise zu erweitern. Dies soll sich insbesondere auf die Weitergabe von Preissenkungen beziehen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.03.2026, 16:16
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