Die Gaspreise an den Börsen schossen durch den Konflikt im Iran in die Höhe. Wien Energie betont jedoch, dass kurzfristige Preissprünge an den Börsen keinen Einfluss auf die Preise für die Kundinnen und Kunden haben – und das obwohl der Preis für europäisches Erdgas am 3. März ein Dreijahres-Hoch erreichte.
Ein Sprecher der Wien Energie erklärte gegenüber Radio Wien, dass das Unternehmen Erdgas langfristig beschaffe. Auf diese Weise ließen sich kurzfristige Preisschwankungen abfedern. Für Gas- und Fernwärmekunden bedeutet das vorerst keine Preiserhöhung.
Ob die derzeitige Lage im Nahen Osten langfristige Auswirkungen auf die Energiepreise haben wird, sei noch nicht abzuschätzen. Die Situation werde jedoch genau beobachtet und laufend neu bewertet.
Grund für den Preisanstieg sind unter anderem Lieferprobleme aus Katar. Nach einem Drohnenangriff auf eine wichtige Exportanlage wurde der Flüssiggas-Export (LNG) gestoppt. Gleichzeitig suchen asiatische Kunden nach Ersatzlieferungen, was die Preise in Europa zusätzlich nach oben treibt.
"Die aktuelle Situation im Nahen Osten wird genau beobachtet und ständig neu beurteilt", erklärte der Wien Energie-Sprecher laut dem ORF. Ob langfristige Auswirkungen auf die Energiepreise folgen, sei derzeit noch unklar.
Seit Wochenbeginn ist europäisches Erdgas um mehr als 80 Prozent teurer geworden – zuletzt ähnlich stark zu Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine vor vier Jahren.
In Wien heizen rund 45 Prozent der Haushalte mit Gas, rund 40 Prozent nutzen Fernwärme. Diese wird zu bis zu 60 Prozent ebenfalls mit Erdgas betrieben, ergänzt durch Abwärme aus Müllverbrennung und Biomasse.