Jetzt drohen neue Teuerungen

"Welle an Preisdruck" – Experte mit harter Prognose

Die Eskalation im Iran könnte auch unliebsame Auswirkungen auf unsere Geldbörserl haben. Der Handelsverband schockt mit einer düsteren Prognose.
Michael Rauhofer-Redl
02.03.2026, 14:59
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Nach mehreren wirtschaftlich schwierigen Jahren hellt sich die Lage in Österreich langsam auf, auch die Konsumentennachfrage zieht vorsichtig an. Doch nun sorgt der Krieg im Nahen Osten für neue Unsicherheit an den Energie- und Transportmärkten – mit potenziell spürbaren Folgen für Preise, Lieferketten und die Kaufkraft auch in Österreich.

Der Handelsverband ordnet die aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die erwartbaren Preisentwicklungen via Aussendung ein.

Ölpreis stark gestiegen

Seit Freitag sind die internationalen Rohölpreise bereits um rund zehn Prozent gestiegen. Hintergrund sind Eskalationen in einer der sensibelsten Energie-Regionen der Welt: Über die Straße von Hormus wird rund ein Fünftel des globalen Ölhandels abgewickelt. Jede ernsthafte Störung dieser Route treibt die Rohölpreise nach oben.

Für Österreich komme "erschwerend hinzu, dass durch eine Blockade der Meerenge auch kein Flüssiggas aus Katar mehr geliefert werden kann – ein relevanter Versorgungskanal, der nach dem Wegfall russischer Gaslieferungen schwer kurzfristig ersetzbar ist", hält der HV fest.

Wirtschaft könnte leiden

HV-Geschäftsführer Rainer Will sieht in den steigenden Energiepreisen, den höheren Risikoaufschlägen im Transport und der wachsenden geopolitischen Unsicherheit eine "beachtenswerte Kombination". Diese könne die "fragile wirtschaftliche Erholung rasch wieder abbremsen", befürchtet der Experte.

Laut HV wirken diese vier Wirkungsstränge gleichzeitig

  • Energiepreise: Steigende Rohölpreise verteuern Treibstoffe und erhöhen mittelfristig den Druck auf Gas- und Strommärkte. Energie ist nicht nur ein direkter Kostenfaktor für Handelsbetriebe – sie steckt auch in nahezu allen Produkten, von landwirtschaftlichen Vorleistungen wie Düngemitteln bis hin zu Verpackungen und industriellen Komponenten.
  • Transport- und Logistikkosten: Störungen im See- und Luftverkehr, höhere Versicherungsprämien für Schiffe in Risikoregionen sowie Umwege im internationalen Frachtverkehr führen zu steigenden Kosten pro Container und pro Luftfracht-Kilogramm. Österreich ist als Binnenland besonders abhängig von funktionierenden internationalen Transitkorridoren. Werden diese unsicherer oder teurer, schlägt sich das unmittelbar in Einkaufspreisen und Lieferzeiten nieder. Durch den derzeitigen Ausfall von Luftfahrts-Knotenpunkten wie Dubai oder Abu Dhabi sind zeitkritische Branchen wie Elektronik, Pharmazeutika und Ersatzteilversorgung betroffen.
  • Inflation: Ein anhaltender Ölpreisschock würde Österreich und Europa abermals unter Inflationsdruck setzen. Analysten schätzen, dass ein länger andauernder Konflikt mit gestörtem Ölangebot die globale Inflation um 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte erhöhen könnte. Die gestiegenen Treibstoffpreise werden sich zeitnah in der heimischen Inflationsrate niederschlagen. Das ist keine Spekulation, das ist eine direkte Marktreaktion, die bereits zu beobachten ist.
  • Investitionszurückhaltung: Geopolitische Unsicherheit wirkt bereits für sich genommen als Wachstumshemmnis. Unternehmen verschieben Investitionen, Haushalte werden vorsichtiger bei größeren Anschaffungen. In einer Phase, in der sich die Konsumstimmung gerade erst stabilisiert, kann das rasch wieder zu einer Abschwächung führen.

Der Handel sei in einer Schlüsselposition zwischen Produzenten und Konsumenten.

„Wir sehen sehr genau, wie Energie- und Transportkosten entlang der Wertschöpfungskette wirken. Wenn hier erneut Verwerfungen auftreten, droht eine neue Welle an Preisdruck“
Handelsverband-Sprecher Rainer Willüber eine mögliche Teuerungswelle

Nach zwei herausfordernden Jahren mit hoher Inflation, Kaufkraftverlusten und Rezession sei die derzeitige Stabilisierung der heimischen Wirtschaft noch keineswegs abgesichert. Laut HV drohen nun eine steigende Inflation, ein Kaufkraftverlust der Haushalte, gebremste Investitionen im Handel sowie eine beeinträchtigte Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Standorts.

Der Chef des Handelsverbands Rainer Will stellt angesichts der Iran-Eskalation eine mögliche Teurungswelle in den Raum.
Denise Auer/ Heute

Appell an die Politik

Aus Sicht des Handelsverbands braucht es nun vor allem vorausschauende Planung und klare Signale der Stabilität. Die Bundesregierung sollte deshalb insbesondere den Fokus auf leistbare Energie beibehalten und die Diversifikation der Energiequellen konsequent vorantreiben sowie Lieferketten-Resilienz strategisch priorisieren.

Die Bundesregierung, allen voran Bundeskanzler Christian Stocker, hat sich heuer die Abschaffung des Merit-Order-Prinzips zum Ziel gesetzt. Dies hat der Kanzler zuletzt in der ORF-Pressestunde bestätigt. Die aktuellen Verwerfungen im Nahen Osten würden diesem Projekt jetzt "enorme Dringlichkeit" verleihen, hält der HV fest..

{title && {title} } mrr, {title && {title} } Akt. 02.03.2026, 15:03, 02.03.2026, 14:59
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