Ölkrise voraus!

Straße von Hormus gesperrt – das sind die Folgen

Die Straße von Hormus ist ein Nadelöhr für den weltweiten Energiehandel. Ihre Sperrung hat weitreichende Folgen für Wirtschaft und Politik.
Newsdesk Heute
28.02.2026, 21:50
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Ein Sprecher der EU-Marinemission "Aspides" erklärte, mehrere Schiffe hätten über Funk von den iranischen Revolutionsgarden die Mitteilung erhalten, dass "keinem Schiff die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlaubt" sei.

Sie ist nur 50 Kilometer breit, gilt aber als die wichtigste Ölexportroute der Welt, welche die großen Förderländer am Persischen Golf – darunter Saudi-Arabien, Iran, Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate – mit dem Golf von Oman und dem Arabischen Meer.

2024 fuhren dort täglich im Schnitt rund 20 Millionen Fass Rohöl durch – das sind fast 20 Prozent vom weltweiten Verbrauch. Auch etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit Flüssiggas läuft durch diese Meerenge, vor allem aus Katar. Wie NTV berichtet, spielt die Straße von Hormus also eine zentrale Rolle für die Energieversorgung der ganzen Welt.

Der Vertreter, der gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sprach, betonte jedoch, dass Teheran eine entsprechende Anordnung bislang nicht offiziell bestätigt habe. Der Iran droht seit Jahren damit, die strategisch bedeutende Meerenge als Reaktion auf mögliche Angriffe gegen die Islamische Republik zu blockieren.

Tanker und Containerschiffe vor der Strase von Hormuz.
Vesselfinder

Sollte die Meerenge blockiert sein, könnten die Golfstaaten praktisch kein Öl mehr exportieren.

Nur Saudi-Arabien und die VAE hätten mit Pipelines eine andere Möglichkeit, aber auch nur für maximal etwa 2,6 Millionen Fass am Tag. Katar, Kuwait, der Irak und auch der Iran selbst sind auf die Häfen am Golf angewiesen.

Eine Sperre der Straße von Hormus würde also nicht nur vielen Ländern schaden, sondern auch die iranische Wirtschaft schwer treffen. Israel und die USA wären hauptsächlich durch steigende Ölpreise betroffen.

Der Iran müsste sich in so einem Fall auf heftige diplomatische Probleme mit den Nachbarn einstellen. Auch die Beziehungen zu wichtigen Kunden – allen voran China – würden leiden. 80 Prozent vom Öl und Gas, das durch die Meerenge transportiert wird, ist für Asien bestimmt. China ist mit über 90 Prozent der wichtigste Abnehmer von iranischem Öl.

Im Persischen Golf und in der Straße von Hormus sind die Marineeinheiten der Revolutionsgarden unterwegs. Sie haben dort in den vergangenen Jahren immer wieder ausländische Schiffe festgesetzt. Seit dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen 2018 häuften sich diese Vorfälle. 2024 etwa beschlagnahmten die Revolutionsgarden das Containerschiff "MSC Aries" unter portugiesischer Flagge, weil es angeblich Verbindungen zu Israel hatte.

2019 machten die USA den Iran für mehrere Angriffe auf Schiffe in der Region verantwortlich. Der Abschuss einer US-Drohne durch die Revolutionsgarden über der Meerenge brachte Washington und Teheran damals fast an den Rand eines Militärschlags. Zuletzt, Anfang Februar, näherten sich laut US-Kommando für den Nahen Osten iranische Boote einem US-Tanker.

Schon während des Iran-Irak-Kriegs von 1980 bis 1988 kam der Öltransport durch die Straße von Hormus zum Stillstand. Im sogenannten Tanker-Krieg griffen beide Seiten hunderte Schiffe an. Als im April 1988 eine US-Fregatte durch eine iranische Mine schwer beschädigt wurde, schlugen die USA zurück. Dabei schoss der US-Kreuzer "USS Vincennes" im Juli 1988 irrtümlich ein Passagierflugzeug von Iran Air mit 290 Menschen an Bord ab.

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.02.2026, 21:50
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