Kriegsgefahr steigt

Ölpreis-Schock droht: Iran sperrt Meerenge "zum Teil"

Etwa 20 % des weltweit gehandelten Rohöls passieren täglich die Straße von Hormuz zwischen Iran und Oman. Eine Blockade hätte weitreichende Folgen.
Nick Wolfinger
17.02.2026, 14:19
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Der Iran wird die Straße von Hormus während eines Militärmanövers teilweise schließen. Die strategisch wichtige Wasserstraße werde aus "Sicherheits"-Gründen teilweise gesperrt, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Dienstag. Das Manöver der iranischen Revolutionsgarden hatte am Montag begonnen. Wie lange das Manöver dauern soll, wurde nicht mitgeteilt.

Blockade als letztes Druckmittel

Am Montag hatte das Staatsfernsehen berichtet, die Militärübungen dienten der Vorbereitung "potenzieller Sicherheits- und militärischer Bedrohungen" in der Straße von Hormus. Gemeint sind damit die USA, die in den letzten Wochen immer mehr Kriegsschiffe in der Nähe des Irans in Stellung gebracht haben.

Teheran hat bereits mehrfach gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren, über die etwa 20 Prozent der weltweiten Ölproduktion transportiert werden. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean. Eine Blockade der Straße käme einer Kriegserklärung an die USA gleich.

Nadelöhr für Ölhandel

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Verkehrsrouten für den weltweiten Ölhandel. Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist nur 50 Kilometer breit. Der Iran hatte in der Vergangenheit bereits mehrmals gedroht, sie zu blockieren, etwa mit Seeminen. Im Kontext des Krieges mit Israel und zuletzt des Eingreifens der USA in den Konflikt wurden erneut iranische Stimmen laut, die dies forderten. Die Folgen wären weitreichend - auch für Teheran.

Die Meerenge ist die einzige Seeverbindung zwischen dem Persischen Golf und dem offenen Meer und somit der Zugang der wichtigen Ölländer am Golf zum Welthandel. Im vergangenen Jahr passierten im Schnitt täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus - fast 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs. Auch etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) verläuft durch die Meerenge, hauptsächlich aus Katar.

Wäre die Straße von Hormus nicht mehr passierbar, könnten die Golfanrainerstaaten kein Öl mehr exportieren. Nur Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über alternative Exportrouten über Pipelines für maximal rund 2,6 Millionen Barrel pro Tag. Katar, Kuweit, der Irak und auch der Iran selbst sind auf den Transport über die Golf-Häfen angewiesen. Würde die Meerenge blockiert, wäre ein Anstieg des Ölpreises unausweichlich.

Drohung kommt vor Gesprächen in Genf

Mit der Ankündigung einer "teilweisen" Sperre will man wohl austesten, wie weit man den Druck auf die USA erhöhen kann, ohne einen sofortigen Militärschlag zu riskieren.

In Genf wurden am Dienstag die indirekten Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zum Atomstreit fortgesetzt. Washington und Teheran hatten ihre indirekten Gespräche unter Vermittlung des Oman am 6. Februar wieder aufgenommen.

Kriegsvorbereitungen der USA auf Hochtouren

US-Präsident Donald Trump droht Teheran mit einem Militäreinsatz, sollte es nicht zu einer Einigung im Atomstreit kommen. Der US-Präsident entsandte einen zweiten Flugzeugträger in die Region, um den militärischen Druck noch zu erhöhen. Auch größere Verlegungen von Flugzeug-Geschwadern wurden am Dienstag gemeldet.

Irans geistliches Oberhaupt, Ayatollah Ali Chamenei, sagte am Dienstag in einer Rede: "Ein Kriegsschiff ist gewiss eine gefährliche Waffe, doch noch gefährlicher ist die Waffe, die es versenken kann."

{title && {title} } NW, {title && {title} } 17.02.2026, 14:19
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