Vorwürfe an die Ukraine

Pipeline dicht! Ungarn und Slowakei geht das Öl aus

Kein russisches Öl mehr durch die Druschba-Pipeline: Ungarn und die Slowakei suchen hektisch nach Alternativen – die Versorgung steht unter Druck.
Newsdesk Heute
17.02.2026, 11:08
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Seit Ende Jänner fließt kein russisches Öl mehr durch die Druschba-Pipeline – nun geraten Ungarn und die Slowakei zunehmend unter Druck.

Nach dem Lieferstopp über ukrainisches Gebiet baten beide Länder Kroatien um Hilfe. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó forderte Zagreb auf, Transporte über die Adria-Pipeline zu ermöglichen.

Der kroatische Wirtschaftsminister Ante Susnjar zeigte sich grundsätzlich offen – sofern ein solcher Schritt mit EU- und US-Vorgaben vereinbar sei. Gleichzeitig beantragte der ungarische Energiekonzern MOL in Budapest die Freigabe strategischer Reserven. Sollten die Lieferungen aus dem Osten nicht bald wieder anlaufen, müssten zunächst rund 250.000 Tonnen Rohöl aus den Notbeständen entnommen werden.

Die Druschba-Pipeline steht seit dem 27. Januar still. Der slowakische Regierungschef Robert Fico wirft der Ukraine vor, die Wiederaufnahme bewusst hinauszuzögern. Kiew wolle damit Ungarn unter Druck setzen, seine ablehnende Haltung gegenüber einem möglichen EU-Beitritt der Ukraine zu überdenken. Zur Ursache des Stopps kursieren unterschiedliche Darstellungen.

Das ukrainische Außenministerium machte zuletzt einen russischen Angriff auf die Pipeline-Infrastruktur verantwortlich. Außenminister Andrij Sybiha veröffentlichte ein Foto von Löscharbeiten und kritisierte Ungarn dafür, den Vorfall zunächst nicht öffentlich gemacht zu haben.

Budapest weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt wiederum die Ukraine, die Stromversorgung eines betroffenen Pipeline-Abschnitts unterbrochen zu haben.

Innerhalb der EU nehmen Ungarn und die Slowakei eine Sonderstellung ein. Beide Staaten profitieren von Ausnahmeregelungen bei den Sanktionen gegen russisches Pipeline-Öl und sind stark von diesen Importen abhängig.

Anders als viele andere Mitgliedsländer pflegen Budapest und Bratislava weiterhin enge Kontakte nach Moskau und stemmen sich bislang gegen ein vollständiges Aus für russische Energieimporte.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 17.02.2026, 14:26, 17.02.2026, 11:08
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