Kurz vor der ungarischen Parlamentswahl bekommt Viktor Orban prominente Unterstützung aus den USA: US-Außenminister Marco Rubio hat dem Ministerpräsidenten bei einem Besuch in Budapest im Namen von Präsident Donald Trump offen den Rücken gestärkt.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz sprach Rubio sogar von einer bevorstehenden "goldenen Ära" in den Beziehungen zwischen den USA und Ungarn – allerdings offenbar nur, wenn Orban an der Macht bleibt. "Präsident Trump setzt sich mit Nachdruck für Ihren Erfolg ein", sagte Rubio. "Denn Ihr Erfolg ist auch unser Erfolg." Es liege im nationalen Interesse der USA, dass Orban Ministerpräsident bleibt, so der US-Außenminister.
Die Unterstützung kommt für Orban zur rechten Zeit: In aktuellen Umfragen liegt seine FIDESZ-Partei acht bis zehn Prozentpunkte hinter der oppositionellen TISZA-Partei rund um Herausforderer Peter Magyar. Orban gab sich dennoch gelassen: "Manchmal verliere ich, manchmal gewinne ich", meinte er – und versuchte Sorgen vor einem Machtwechsel zu zerstreuen. "Haben Sie also keine Angst vor dem, was passieren wird, wenn wir nicht gewinnen", sagte der ungarische Ministerpräsident.
Im Wahlkampf schlägt Orban jedoch deutlich schärfere Töne an. Bei einer Rede am Wochenende warnte er vor einer angeblichen "TISZA-Brüssel-Großkapital-Koalition" und kündigte an, die "Unterdrückungsmaschinerie" der EU nach der Wahl "beseitigen" zu wollen.
Ungarn pflegt trotz des Ukraine-Krieges weiterhin enge Beziehungen zu Russland und importiert billig Öl und Gas aus dem Kreml.
Ein Bericht des Center for the Study of Democracy sorgt nun für Aufsehen: Laut CNN würden die Einsparungen durch billige russische Brennstoffe nicht an die Bevölkerung weitergegeben, sondern vor allem dem größten ungarischen Ölkonzern zugutekommen – der teils mit Orban-nahen Stiftungen verbunden sein soll.
Die Analyse zeigt außerdem: Ungarns Spritpreise lagen 2025 im Schnitt 18 Prozent höher als in Tschechien, obwohl Prag teurere Alternativen bezieht.