In Ungarn wird am 12. April ein neues Parlament gewählt. Das hat der ungarische Präsident Tamas Sulyok am Dienstag bekanntgegeben. Ministerpräsident Viktor Orbán, der das Land schon seit 16 Jahren führt und als rechtsnationalistisch gilt, steht diesmal ordentlich unter Druck: Péter Magyar, Chef der oppositionellen Tisza-Partei, liegt nämlich in den Umfragen voran.
Der Wahlkampf ist in Ungarn schon voll im Gange. Magyar tourt für seine Kundgebungen quer durchs Land. Orbán, der als enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump sowie von Russland und China gilt, ist zuletzt nach Washington und Moskau gereist.
Orbán will eine fünfte Amtszeit und sieht sich selbst als "sichere Wahl". Er wirft der EU vor, mit ihrer Unterstützung für Kiew den Krieg in der Ukraine anzuheizen.
In den letzten Monaten hat er Maßnahmen auf den Weg gebracht, von denen vor allem Leute profitieren, die zum ersten Mal ein Haus kaufen, Mütter und Pensionisten.
Magyar, ein Konservativer, hat einen kompletten Systemwechsel angekündigt. Er will Korruption bekämpfen und die Arbeit der Behörden verbessern.
Außerdem setzt er sich dafür ein, dass eingefrorene EU-Gelder im Milliardenbereich wieder freigegeben werden. Diese hat Brüssel wegen Bedenken rund um die Rechtsstaatlichkeit in Ungarn blockiert.
Magyar will eine pro-westliche Außenpolitik und hat angekündigt, dass er Ungarn zu einem verlässlichen NATO-Partner und EU-Mitglied machen möchte. Gleichzeitig hat er China und Russland kritisiert.