Die Lage im Nahen Osten und in der Golfregion bleibt angespannt – nun reagiert das Außenministerium mit einem dringenden Appell an österreichische Staatsbürger. Sie sollen eine Reiseregistrierung durchführen, in ihren Unterkünften bleiben und den Anweisungen der lokalen Behörden folgen.
Nach Angaben des Ministeriums halten sich derzeit rund 17.700 Österreicher in der Region auf, darunter 2.600 Personen, die sich registriert haben. Allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten befinden sich demnach etwa 1.700 Staatsbürger. Vorrang bei der konsularischen Betreuung hätten besonders schutzbedürftige Personen, etwa Kranke und Schwangere.
Bereits 70 Menschen konnten laut Ministerium aus den Emiraten in Sicherheit gebracht werden, überwiegend auf dem Landweg in Richtung Oman. Eine weitere unterstützte Ausreise von fünf Personen soll aus Israel über Jordanien erfolgen.
Nun werde geprüft, ob weiterer Bedarf bestehe und ob zusätzliche Ausreisen organisiert werden können. Der Krisenstab im Außenministerium tritt aktuell zweimal täglich zusammen. Ab den kommenden Tagen ist zudem täglich ein Briefing zur aktuellen Lage geplant.
Für mehrere Staaten der Region gilt derzeit die höchste Reisewarnstufe. Betroffen sind Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Eine Ausreise auf dem Luftweg ist derzeit nicht möglich – ausgenommen ein eingeschränkter Flugbetrieb in Jordanien und im Libanon. Für Oman und Saudi-Arabien gilt Sicherheitsstufe drei. Dort ist der Luftraum zwar offen, die Flugverbindungen sind jedoch reduziert.
Das Ministerium betont, dass österreichische Staatsbürger ihre Unterkünfte nicht verlassen sollten, auch dann nicht, wenn sie an Flughäfen festsitzen. Die Reiseregistrierung sei besonders wichtig, damit bekannt sei, wer sich vor Ort aufhalte. Zuletzt habe es einen sprunghaften Anstieg an Registrierungen gegeben.
Eine Evakuierung durch das Bundesheer ist laut Ministerium derzeit nicht möglich. Das Heer stehe "aufgrund der Flugzeuge" nicht zur Verfügung, um Österreicher auszufliegen, erklärte ein Sprecher. Man stehe jedoch in Kontakt mit europäischen Partnern.
Regulärer Flugbetrieb aus Abu Dhabi und Dubai finde aktuell nicht statt. Wie sich die Situation weiterentwickeln werde, könne derzeit niemand vorhersagen – ebenso wenig, wann Kampfhandlungen enden oder Luftraumsperren aufgehoben werden.