In Tirol ist die Lage wegen des vielen Schnees derzeit richtig angespannt. Das Bundesheer greift jetzt ein und startet am Samstag einen Assistenzeinsatz mit einem Mehrzweckhubschrauber AW169. Hintergrund ist die Anforderung der Landeswarnzentrale Tirol und die aktuell ausgerufene Lawinenwarnstufe 4.
Wie berichtet, kam es schon am Freitag zu Dutzenden Lawinenabgängen und Einsätzen der Rettungskräfte. Die tragische Bilanz: Alleine in Tirol und Vorarlberg sind fünf Menschen gestorben und über 20 von Schneemassen mitgerissen bzw. verschüttet worden. Viele ignorieren die Warnungen und verlassen den gesicherten Pistenbereich.
Nun soll das Bundesheer in einem ersten Schritt am Samstag von 8 bis 18 Uhr unterstützend zur Seite stehen. Vorgesehen sind Erkundungsflüge zur Lagebeurteilung sowie Personentransporte der Bergrettung, die in weiterer Folge Lawinensprengungen und Windenbergungen durchführen soll.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner betont: "Die Sicherheit der Bevölkerung hat oberste Priorität. In enger Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden stellt das Bundesheer rasch und flexibel Fähigkeiten bereit, die im alpinen Katastrophenfall entscheidend sein können. Unsere Soldatinnen und Soldaten unterstützen dort, wo spezielle militärische Mittel – insbesondere aus der Luft – Leben schützen können."
Der Hubschrauber AW169 verfügt über moderne Avionik, leistungsstarke Sensorik und eine Rettungswinde und eignet sich daher besonders für Einsätze im hochalpinen Gelände. Neben Transport- und Aufklärungsaufgaben kann er präzise Außenlast- und Rettungseinsätze durchführen. Das Bundesheer hat in der Vergangenheit wiederholt bei Lawinenlagen unterstützt – etwa bei großflächigen Schneefällen in Westösterreich, bei Evakuierungen abgeschnittener Täler sowie bei der Versorgung eingeschlossener Ortschaften aus der Luft.
Assistenzeinsätze des Bundesheeres erfolgen auf Anforderung ziviler Behörden und dienen der Hilfeleistung bei Naturkatastrophen, Großschadensereignissen oder außergewöhnlichen Notlagen. Dabei ergänzt das Bundesheer mit speziellen Fähigkeiten – etwa Lufttransport, Pioniergerät oder Logistik – die vorhandenen Einsatzkräfte.