Die Lage im Nahen Osten droht weiter zu eskalieren. Nach den jüngsten Angriffen Israels und den USA auf den Iran wächst international die Sorge vor einer massiven Zuspitzung des Konflikts. In Österreich reagiert die Bundesregierung: Im Außenministerium tagt aktuell der Krisenstab – "Heute" berichtete.
Angesichts der angespannten Sicherheitslage wird in Wien die Situation laufend neu bewertet. Der Krisenstab im Außenministerium steht in engem Kontakt mit den österreichischen Botschaften in der Region. Ziel ist es, rasch auf neue Entwicklungen reagieren zu können und die Sicherheit der im Ausland befindlichen Österreicherinnen und Österreicher zu gewährleisten.
Am Samstagnachmittag äußerte sich Bundeskanzler Christian Stocker zu den aktuellen Entwicklungen: "Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten geben Anlass zu allergrößter Sorge. Oberste Priorität ist nun, das Leben von Zivilisten zu schützen und eine weitere Eskalation zu vermeiden. Dazu stehen wir als EU in engem Austausch mit unseren Partnern in der Region.“
Im Zentrum der Sorgen bleibt das iranische Raketen- und Atomprogramm. International wächst die Furcht, dass die ohnehin fragile Sicherheitslage weiter destabilisiert werden könnte.
Stocker betont: "Das iranische Raketen- und Atomprogramm stellt eine ernsthafte Bedrohung für die globale Sicherheit dar – der Iran darf niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen. Es ist höchste Zeit für eine Rückkehr zur Diplomatie.“
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger stellt sich klar auf die Seite des iranischen Volks: "Die Menschen im Iran verdienen Freiheit und das Recht, ihren demokratischen Weg selbst zu bestimmen. Das Regime in Teheran unterdrückt seit Jahren die eigene Bevölkerung und verletzt systematisch Menschenrechte. Das habe ich stets klar kritisiert und mich für konsequente Sanktionen eingesetzt.“
Gleichzeitig warnt sie vor den geopolitischen Folgen einer weiteren Eskalation: "Ich habe große Sorge vor einer weiteren Erosion der internationalen Ordnung und vor einer militärischen Eskalationsspirale. Dadurch wären Stabilität und Sicherheit in der gesamten Region und darüber hinaus gefährdet. Ich rufe daher eindringlich zur Deeskalation und zur Wahrung der territorialen Unversehrtheit aller Staaten in der Region auf.“