Nach dem Tod des Drogenbosses Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes ist die Lage in Mexiko eskaliert. In mehreren Regionen wurden Fahrzeuge angezündet, Straßen blockiert und Flüge gestrichen.
Die mexikanische Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass "El Mencho", Anführer des Kartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), bei einem Einsatz in Tapalpa im Bundesstaat Jalisco verletzt wurde und auf dem Flug nach Mexiko-Stadt starb. In den USA war eine Belohnung von 15 Millionen Dollar (12,7 Millionen Euro) auf seine Ergreifung ausgesetzt.
Kurz nach Bekanntwerden seines Todes kam es am Sonntag in verschiedenen Landesteilen zu gewaltsamen Ausschreitungen. Mutmaßliche Kartellmitglieder blockierten mehr als 20 Straßen mit brennenden Autos und Lastwagen. Auch aus Michoacán sowie aus dem Badeort Puerto Vallarta wurden ähnliche Blockaden gemeldet.
Mehrere Touristen sitzen derzeit in den betroffenen Gebieten fest, darunter auch Österreicher. Wie das Außenministerium mitteilt, ist der Botschaft in Mexiko aktuell zwei Fälle betroffener österreichischer Reisender bekannt und steht mit ihnen in Kontakt. Aufgrund pausierter Bus- und Flugverbindungen sind beide gestrandet. Ob weitere Urlauber aus Österreich betroffen sind, ist derzeit unklar.
Laut "Heute"-Informationen handelt es sich um einen bekannten Wiener Rechtsanwalt und seinem Mitreisenden. Beide sitzen seit den frühen Morgenstunden in ihrem Hotel fest und müssen um ihr Leben fürchten – mehr dazu hier.
Das Außenministerium empfiehlt "bei akuten gewalttätigen Vorfällen das Hotel bzw. die Unterkunft nicht zu verlassen" bis sich die Lage beruhigt hat. Zudem sollen Betroffene den Anweisungen der zuständigen staatlichen und föderalen Behörden folgen.
Angesichts der Lage hat das Außenministerium die Sicherheitsstufe 3 (Hohes Sicherheitsrisiko) ausgerufen – von nicht unbedingt notwendigen Reisen in bestimmte Regionen Mexikos wird abgeraten. Dazu zählen unter anderem die Grenzregionen zu den USA in den Bundesstaaten Baja California, Chihuahua, Coahuila, Nuevo León und Tamaulipas, insbesondere die Städte Tijuana und Ciudad Juárez.
Auch in ländlichen Gebieten mehrerer Bundesstaaten – darunter Chiapas, Colima, Durango, Guanajuato, Guerrero, Jalisco, Michoacán, Sinaloa, Sonora, Veracruz und Zacatecas – wird von Reisen abgeraten. Ausgenommen sind Touristenzonen und Städte mit UNESCO-Weltkulturerbe-Status. Empfohlen wird, nur per Flug oder tagsüber über Mautautobahnen anzureisen und Rundreisen ausschließlich im Rahmen organisierter Touren zu unternehmen.
In Mexiko-Stadt ist besondere Vorsicht geboten, vor allem in Randbezirken sowie in und um U-Bahn-Stationen. Besonders allein reisenden Frauen wird zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten. Diebstähle und Raubüberfälle kommen jedoch in der gesamten Stadt vor.
Das Außenministerium reagierte mit einer erhöhten Sicherheitsstufe (Stufe 3, Hohes Sicherheitsrisiko) auf die erschreckenden Ereignisse.
"Angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage empfehlen wir österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern – Touristen wie auch Einwohnern – insbesondere in den Bundesstaaten Jalisco, Nayarit, Guanajuato, Colima, Michoacán, Baja California und Tamaulipas, unnötige Reisen zu vermeiden", heißt es.
Im Anschluss an einen Großeinsatz der mexikanischen Sicherheitskräfte gegen das organisierte Verbrechen im Bundesstaat Jalisco kommt es zu schweren Störungen der öffentlichen Ordnung. Es gibt Straßenblockaden, Schusswechsel und Anhaltungen von Passanten in verschiedenen Teilen des Landes, insbesondere in Jalisco (Guadalajara), Guanajuato oder Michoacán (Morelia). "Bei akuten gewalttätigen Vorfällen sollte das Hotel bzw. die Unterkunft nicht verlassen werden", wird gewarnt.
Außerhalb der Dienstzeiten ist in Notfällen der Bereitschaftsdienst der Österreichischen Botschaft in Mexiko unter +52 55 9199 4579 erreichbar. Während der Dienstzeiten unter +52 55 5251 0806. Das Außenministerium steht Betroffenen ebenso rund um die Uhr zur Verfügung unter: +43 1 90115 4411.
Für den Rest des Landes gilt Sicherheitsstufe 2. Zudem sollten abgelegene oder verlassene Gebiete – etwa Vorstadtzonen oder einsame Strände – in Tourismus- und Geschäftszentren gemieden werden.