El Mencho getötet

Bürgerkriegsähnliche Zustände nach Tod von Drogenboss

Narco-Lieder feiern ihn, in Mexiko war er als der "Herr der Hähne" gefürchtet: Jetzt soll der Chef des mächtigen Kartells Jalisco tot sein.
Newsdesk Heute
22.02.2026, 21:45
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Der gefürchtete Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als El Mencho, ist laut Medienberichten in Mexiko von Sicherheitskräften getötet worden. Wie unter anderem 20 Minuten berichtet, hatten die USA eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (etwa 13,8 Millionen Euro) auf seinen Kopf ausgesetzt. El Mencho war Ex-Polizist und stand seit 2011 an der Spitze des von ihm gegründeten Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG).

Die Polizei führte eine großangelegte Aktion in Tapalpa im Bundesstaat Jalisco durch. Das sorgte bei mutmaßlichen Kartellmitgliedern für heftige Reaktionen, wie Gouverneur Pablo Lemus auf X mitteilte. In mehreren Bundesstaaten – darunter Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato – blockierten Bandenmitglieder die Straßen mit brennenden Autos, Lkw und Bussen.

Schwarze Rauchwolken über Touristenhochburg Puerto Vallarta

Auch Apotheken und kleine Geschäfte wurden in Brand gesteckt. In Puerto Vallarta, einem beliebten Urlaubsort an der Pazifikküste, zeigen Videos brennende Fahrzeuge und dicke, schwarze Rauchwolken, die zwischen den Häusern aufsteigen. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Die US-Botschaft in Mexiko warnte ebenfalls ihre Staatsbürger. Wegen der laufenden Polizeieinsätze und Straßensperren sollten US-Bürger in den betroffenen Regionen vorerst in ihren Unterkünften bleiben, hieß es.

Drogenboss mit besonderer Schwäche für Hahnenkämpfe

El Mencho wurde 59 Jahre alt. Geboren am 17. Juli 1966 in Aguililla, einem kleinen Ort im Bundesstaat Michoacán, war er in der Unterwelt für seine Liebe zu Hahnenkämpfen bekannt – daher der Spitzname "Herr der Hähne". Sein zweiter Spitzname, El Mencho, stammt von seinem Vornamen Nemesio. In Mexiko besingen sogenannte "Narcocorridos" seine kriminellen Taten.

El Mencho wurde 59 Jahre alt.
IMAGO/Newscom / GDA

Die US-Regierung stufte das Kartell von El Mencho als ausländische Terrororganisation ein. Das CJNG ist laut US-Behörden ein global agierendes Verbrechersyndikat mit Verbindungen bis nach China und Australien. Neben Drogenhandel – vor allem Fentanyl – ist die Bande auch in Erpressung, Menschenschmuggel, Öl- und Rohstoffdiebstahl sowie Waffenhandel verwickelt.

Vom Polizisten zum gefährlichsten Kartellchef Mexikos

Nach Angaben des US-Finanzministeriums ist Oseguera seit den 90er Jahren im Drogengeschäft. 1994 wurde er in Sacramento, Kalifornien, wegen Heroinschmuggels verhaftet. Nach drei Jahren Haft wurde er nach Mexiko abgeschoben und arbeitete dort zunächst als Polizist im Bundesstaat Jalisco.

Später schloss er sich dem Milenio-Kartell an, das als eines der ersten mexikanischen Syndikate mit synthetischen Drogen handelte. Er arbeitete auch mit dem berüchtigten Sinaloa-Kartell von Joaquín El Chapo Guzmán zusammen. Schließlich kam es zur Gründung des Kartells Jalisco Nueva Generación. Unter der Führung von El Mencho wurde es eine der mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos.

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