Führungswechsel in Gaza

Hamas wählt Spitze neu – Trump schickt 20.000 Soldaten

Die radikalislamische Palästinenserorganisation wählt neue Führung – zugleich planen fünf Staaten eine internationale Truppe für den Gazastreifen.
Newsdesk Heute
23.02.2026, 11:41
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Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas steht laut einem hochrangigen Vertreter kurz vor der Kür eines neuen Anführers. Infrage kommen demnach zwei langjährige Funktionäre: Chaled Meschaal und Chalil al-Hajja.

Zuvor seien in internen Wahlen sowohl der mehr als 80 Mitglieder umfassende Schura-Rat als auch das 18-köpfige Politbüro neu bestimmt worden. Mehrere Hamas-Vertreter bestätigten die Angaben. Nach Informationen aus der Organisation soll der künftige Chef das Amt zunächst nur für ein Jahr übernehmen.

Der neue Anführer wird sich in einem politisch heiklen Umfeld behaupten müssen. Während die USA und Israel eine Entwaffnung der Hamas fordern, lehnt der bewaffnete Flügel der Organisation, die Essedin-al-Kassam-Brigaden, dies strikt ab. Zwischen diesen gegensätzlichen Positionen wird die künftige Führung navigieren müssen.

Das sind die Kandidaten

Al-Hajja, 65 Jahre alt und im Gazastreifen geboren, war zuletzt Chefunterhändler bei Gesprächen über eine Waffenruhe. Nach Angaben aus Hamas-Kreisen genießt er Rückhalt bei den Essedin-al-Kassam-Brigaden. Meschaal, Jahrgang 1956 und im Westjordanland geboren, leitete von 2004 bis 2017 das Politbüro der Hamas. Er lebte nie im Gazastreifen und führt derzeit das Diaspora-Büro der Organisation.

Unterdessen kündigte US-Präsident Donald Trump bei einer Sitzung eines neu geschaffenen Friedensrats in Washington an, dass fünf Staaten Soldaten in den Gazastreifen entsenden wollen, um eine dauerhafte Stabilisierung zu unterstützen. Genannt wurden Marokko, Albanien, Kosovo, Kasachstan und Indonesien. Konkrete Truppenstärken nannte Trump nicht. Indonesien stellte jedoch die Entsendung von 5.000 bis 8.000 Soldaten in Aussicht.

Die geplante internationale Stabilisierungstruppe (ISF) soll langfristig rund 20.000 Soldaten umfassen. Zunächst ist eine Stationierung im südlichen Rafah vorgesehen, später auch in weiteren Teilen des Gazastreifens. Zusätzlich sollen nach Angaben des designierten ISF-Kommandeurs 12.000 Polizisten eingesetzt werden. Jordanien und Ägypten haben zugesagt, palästinensische Polizeikräfte auszubilden.

Der frühere UN-Nahostgesandte Nikolaj Mladenow soll künftig als Verbindungsmann zwischen dem Friedensrat und einer palästinensischen Übergangsverwaltung im Gazastreifen fungieren. Laut seinen Angaben haben sich bereits 2.000 Palästinenser für eine neue Polizeitruppe beworben. Die Hamas wiederum fordert, dass 10.000 ihrer bisherigen Sicherheitskräfte in eine künftige Struktur übernommen werden.

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