Mit der Identifizierung eines lange gesuchten Opfers ist ein zentrales Hindernis im Gaza-Abkommen beseitigt. Israel sieht nun die Voraussetzungen für den nächsten Schritt der Waffenruhe erfüllt.
"Es gibt keine Geisel mehr im Gazastreifen", erklärte Israels Premier Benjamin Netanyahu am Montag vor dem Parlament. Anlass war der Fund der sterblichen Überreste des israelischen Polizisten Ran Gvili auf einem Friedhof im Gazastreifen. Damit gilt auch der letzte Vermisste offiziell als tot.
Die israelische Armee teilte am Montag mit, dass Gvili eindeutig identifiziert worden sei. Seine Überreste würden nun zur Bestattung nach Israel überführt. Nach Angaben mehrerer israelischer Medien hatten Einsatzkräfte seit dem Wochenende rund 250 Leichen auf dem Friedhof untersucht.
Wie die "Times of Israel" berichtete, sei Gvilis Identität zunächst anhand seiner Zahnstruktur festgestellt worden. In weiterer Folge seien zusätzliche Untersuchungen durchgeführt worden, um die Identifizierung endgültig zu bestätigen. Alle übrigen exhumierten Leichen würden wieder bestattet, zudem solle der Friedhof gereinigt werden.
Mit der Bestätigung von Gvilis Tod ist aus israelischer Sicht der Weg frei für die zweite Phase des Waffenruheabkommens mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas. Voraussetzung ist noch die Übergabe der Leichen von 15 Palästinensern durch Israel – danach gelten die Bedingungen für den nächsten Abschnitt des von den USA vorangetriebenen Gaza-Friedensplans als erfüllt.