Der langersehnte Traumurlaub wurde für einen Wiener plötzlich zum Horror-Trip. Nach der gezielten Tötung des gefürchteten Drogen-Barons "El Mencho" (59) durch Militär-Spezialeinheiten überschlagen sich in der mexikanischen Küstenstadt Puerto Vallarta im Bundesstaat Jalisco die Ereignisse. Aus Rache stürmten Kartell-Mitglieder den Flughafen von Guadalajara, Menschen rannten um ihr Leben.
Wiener schickt Video, fürchtet ums ein Leben
Im besonders bei US-Touristen beliebten Urlaubsparadies herrschen aktuell bürgerkriegsähnliche Zustände, die Bilder sorgen für Schauder. Mittendrin: Raimund Schüller aus Wien. Der bekannte Rechtsanwalt sitzt seit den frühen Morgenstunden in seinem Hotel fest und muss um sein Leben fürchten.
Busse und Gebäude wurden in Brand gesteckt, Hubschrauber kreisen, Schüsse schallen. "Die Angst ist spürbar. Zuerst hat das Personal noch versucht, alles totzuschweigen." Die Narcos würden bewusst Tourismus-Hotspots und kritische Infrastruktur attackieren, um Stärke zu demonstrieren.
Mit Schläuchen mussten Hotelmitarbeiter die Strohdächer der Strandclubs wässern, um für Brandanschläge gewappnet zu sein. "Security-Personal sichert jedes Stockwerk, wir dürfen nicht mehr raus und sind gefangen", erlebt Schüller gerade gespenstische Stunden.
Das Außenministerium reagierte mit einer erhöhten Sicherheitsstufe (Stufe 3, Hohes Sicherheitsrisiko) auf die erschreckenden Ereignisse.
"Angesichts der sich verschlechternden Sicherheitslage empfehlen wir österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern – Touristen wie auch Einwohnern – insbesondere in den Bundesstaaten Jalisco, Nayarit, Guanajuato, Colima, Michoacán, Baja California und Tamaulipas, unnötige Reisen zu vermeiden", heißt es.
Im Anschluss an einen Großeinsatz der mexikanischen Sicherheitskräfte gegen das organisierte Verbrechen im Bundesstaat Jalisco kommt es zu schweren Störungen der öffentlichen Ordnung. Es gibt Straßenblockaden, Schusswechsel und Anhaltungen von Passanten in verschiedenen Teilen des Landes, insbesondere in Jalisco (Guadalajara), Guanajuato oder Michoacán (Morelia). "Bei akuten gewalttätigen Vorfällen sollte das Hotel bzw. die Unterkunft nicht verlassen werden", wird gewarnt.
Außerhalb der Dienstzeiten ist in Notfällen der Bereitschaftsdienst der Österreichischen Botschaft in Mexiko unter +52 55 9199 4579 erreichbar. Während der Dienstzeiten unter +52 55 5251 0806. Das Außenministerium steht Betroffenen ebenso rund um die Uhr zur Verfügung unter: +43 1 90115 4411.
"Vor Ort herrscht Untergangsstimmung, Leute schreien. Man spürt die Panik von allen Seiten." Das einzige Thema sei jetzt unter den festsitzenden Touristen, "wann der Flughafen wieder öffnet, um rauszufliegen." Derzeit sollen laut Außenministerium zumindest zwei Österreicher aufgrund pausierter Bus- bzw. Flugverbindungen vor Ort gestrandet sein. Man stehe mit ihnen in Kontakt.