Am 3. März des Vorjahres hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen nach der längsten Regierungsbildung in der Zweiten Republik die erste Dreierkoalition angelobt. Als Bundeskanzler führt Christian Stocker die Regierung aus ÖVP, SPÖ und Neos an. Mit Kanzler, Vize, 12 Ministern und 7 Staatssekretären ist sie die größte aller Zeiten.
Auch die Kabinette erreichten mit 409 Bediensteten zuletzt Rekord-Größe, wie eine parlamentarische Anfrage der Grünen aufzeigte. Doch wie performt die für die Steuerzahler teuerste Truppe?
Laut aktueller "Heute"-Umfrage sind nur knapp ein Drittel der Befragten mit der Arbeit der Regierung zufrieden. Unter den Parteichefs genießt Oppositionschef Herbert Kickl (FP) die größte Zustimmung – dahinter folgen VP-Obmann Christian Stocker und Neos-Frontfrau Beate Meinl-Reisinger.
Doch wie schlug sich die XXL-Regierungsriege in ihren ersten 365 Tagen? Auf Basis des monatlichen Polit-Barometers von "Unique Research" und den konkreten Erfolgen erstellte "Heute" das Ministerzeugnis. Fazit: Nur sechs Musterschüler lassen sich ausmachen, darunter Markus Marterbauer (SPÖ), Klaudia Tanner (ÖVP) und Peter Hanke (SPÖ).
Das Bemühen kann man im ersten Jahr etwa Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP), Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger nicht absprechen. Vieles blieb jedoch Stückwerk.
Die Außenministerin etwa kommt auf internationalem Parkett nicht an das diplomatische Repertoire ihres Amtsvorgängers heran und kämpft mit dem ewigen Spagat als Partei- und Ressortchefin. Neben Korinna Schumann, die beinahe schon ihr komplettes Start-Kabinett vom 3.3.2025 verloren hat, ist sie jene Ministerin mit der höchsten Personalfluktuation.
Gleich sechs Mitglieder des Kabinetts sind bereits im ersten Jahrgang krachend durchgefallen. Unter der desaströsen Performance von Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) etwa leidet immer wieder die komplette Regierung. Norbert Totschnig ist ein treuer Verbündeter der Landwirte in der Regierung, tritt darüber hinaus aber kaum in Erscheinung – und Sepp Schellhorn? Der rollte im A8 durchs Land, hat seinen Posten aber noch immer nicht dereguliert ...
Ein "Teilgenommen" gibt's für Barbara Eibinger-Miedl (VP), Ulrike Königsberger-Ludwig (SP) und Jörg Leichtfried (SP). Die drei Politiker sind allesamt bemüht, agieren jedoch oft unter der Wahrnehmungsgrenze.