19-Jährige erhebt Vorwürfe

Wutanfall am Telefon? Wirbel um Wiederkehr-Mitarbeiter

Die 19-jährige Bundesschulsprecherin erhebt Vorwürfe gegen den Kabinettschef von Minister Wiederkehr. Grund: ein vermeintlicher Wutanfall am Telefon.
Heute Politik
02.04.2026, 21:53
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Im Zuge der Verhandlungen zur Lehrplanreform an AHS-Oberstufen ab 2027/28 soll es hinter den Kulissen zu einem Eklat gekommen sein.

Der Kabinettschef von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) und Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl sollen in einem Telefonat aneinandergeraten sein. Die 19-Jährige schildert in "Heute" den Vorfall und erhebt schwere Vorwürfe.

Schüler lehnen Wiederkehr-Vorschlag ab

Alles begann am 12. März: Die Schülerunion soll darüber informiert worden sein, dass es bereits eine Einigung bei den geplanten Latein-Kürzungen gebe. Laut Scheidl sei die Schülervertretung jedoch gar nicht in die Gespräche eingebunden gewesen – dennoch habe man sie um Zustimmung gebeten.

"Wir hatten inhaltliche Bedenken und hätten einen großen Kompromiss eingehen müssen", sagt Scheidl. Man habe daher im Bildungsministerium um Bedenkzeit ersucht, ein Statement bis zum nächsten Tag sei nicht möglich gewesen.

Hannah Scheidl (19) ist Bundesschulsprecherin für das Schuljahr 2025/26.
zVg

Wutanfall am Telefon

Am Tag darauf soll sich die Situation zugespitzt haben: Scheidl informierte den Kabinettschef des Bildungsministeriums darüber, dass die Schülervertretung ihr Statement erst in der darauffolgenden Woche veröffentlichen werde. "Ich habe versucht, ihm zu erklären, was aus unserer Sicht nicht passt", schildert sie. Laut Scheidl sei dabei Druck aufgebaut worden, der Einigung doch noch zuzustimmen. Sie blieb jedoch bei ihrer Linie und versuchte, die Situation zu deeskalieren.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs sei der Ton deutlich schärfer geworden. "Während des Telefonats habe ich gemerkt, wie seine Stimme laut und vorwurfsvoll wurde. Ich habe mich in der Situation definitiv angegriffen gefühlt", so die 19-Jährige. Der Kabinettschef sei emotional geworden und habe ihr vorgeworfen, das Verhältnis zu beschädigen. "Nach dem Telefonat war ich sehr eingeschüchtert. Ich bin froh, dass man mir danach den Rücken gestärkt hat."

"Lassen uns nicht einschüchtern"

Bei der Präsentation der Ergebnisse betonte Bildungsminister Wiederkehr die gute Zusammenarbeit mit der Schülervertretung und bedankte sich für deren Zustimmung. Für Bundesschulsprecherin Scheidl ist das nicht nachvollziehbar: "Es gab weder Verhandlungen noch eine Einigung", kritisiert sie. Künftig erwarte sie sich vom Bildungsministerium, als Partner auf Augenhöhe behandelt zu werden. "In Zukunft soll niemand, der sich ehrenamtlich für die Interessen der Schülerinnen und Schüler einsetzt, so einen Druck erleben."

Deutlich wird sie auch zum Abschluss: "Wir lassen uns als Bundesschüler:innenvertretung nicht einschüchtern oder unterkriegen – und wir lassen uns sicher keine Worte in den Mund legen."

Ministerium kontert

Aus dem Bildungsministerium heißt es auf "Heute"-Nachfrage: "Bei den Verhandlungen um die neue Lehrplanreform für die AHS-Oberstufe war die Bundesschülervertretung selbstverständlich von Anfang an eingebunden."

Es habe im März einige Telefonate zwischen dem Kabinettschef und der Bundesschulsprecherin gegeben. Dabei sei es um die geplante Lehrplan-Reform gegangen und wie die neuen Schulfächer Informatik & KI sowie Medien & Demokratie bestmöglich verankert werden können.

"Nicht nachvollziehbar"

Aus Sicht des Ministeriums seien Scheidls Vorwürfe nicht nachvollziehbar. "Grundsätzlich kann festgehalten werden: Die Verhandlungen um die Lehrplanreform wurden sachorientiert und konstruktiv geführt, persönliche Angriffe können dabei ausgeschlossen werden", unterstreicht man.

"Wenn es Unstimmigkeiten zwischen einzelnen Personen gibt, dann ist das auf einer persönlichen Ebene zu adressieren. Das Bildungsministerium legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit der BundesschülerInnenvertretung. Wir erwarten uns keine Veränderungen in der guten Beziehung. Es gibt regelmäßige Austauschtermine mit der Bundesschülervertretung, der nächste ist Mitte April", betont das Wiederkehr-Ministerium abschließend.

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