Entlastung für die Schulen: Mit dem Schuljahr 2026/27 wird an Pflichtschulen ein "mittleres Management" eingeführt, kündigte Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) am Mittwoch nach dem Ministerrat an.
Ziel sei es, die Schulleitungen und Lehrer zu entlasten – und damit mehr Zeit für Unterrichtsqualität und individuelle Förderung zu schaffen.
Denn die Herausforderungen wachsen: Mehr organisatorische Aufgaben, zunehmende Heterogenität in den Klassen, Digitalisierung. Direktorinnen und Direktoren sind längst nicht mehr nur Pädagogen, sondern auch Manager. Hier setzt die Reform an.
Die Details:
Künftig stehen an allen Pflichtschulen zusätzliche Zeitressourcen für Lehrkräfte zur Verfügung, welche die Schulleitung unterstützen – gestaffelt nach Schulgröße. Kleine und mittelgroße Standorte mit bis zu 13 Klassen erhalten zwischen einer und sechs Wochenstunden extra. Größere Schulen profitieren deutlich stärker:
Eine Wochenstunde entspricht dabei zwei Arbeitsstunden.
Bis zu vier Lehrkräfte pro Standort können damit administrative, organisatorische oder pädagogische Koordinationsaufgaben übernehmen. Die Schulleitung entscheidet eigenständig, wer welche Aufgaben übernimmt.
„Das mittlere Management wird an unseren Schulen ab dem Schuljahr 26/27 für zusätzliche Entlastung sorgen.“Christoph WiederkehrBildungsminister (Neos)
Die Idee dahinter: Direktoren sollen sich wieder stärker auf Schulentwicklung, Qualitätsmanagement und die Begleitung ihrer Lehrkräfte konzentrieren können – statt im Verwaltungsaufwand unterzugehen.
"Das mittlere Management wird an unseren Schulen ab dem Schuljahr 26/27 für zusätzliche Entlastung sorgen", erklärte Minister Wiederkehr: "Sowohl Lehrkräfte, als auch Direktorinnen und Direktoren können sich mit Einführung dieser sehr wichtigen Personengruppe wieder vermehrt ihren Kernaufgaben widmen, was zu einer weiteren Steigerung der Unterrichtsqualität führen wird."
Gleichzeitig schaffe man für jene Lehrerinnen und Lehrer, die für Managementaufgaben freigestellt werden, eine neue Aufstiegsmöglichkeit.
Für diese Maßnahme stünden jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro zur Verfügung, sagte der Bildungsminister. Darauf habe man sich in der Koalition "nach längeren Verhandlungen" einigen können.
Nicht nur Pflichtschulen werden neu aufgestellt. Auch an Gymnasien und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) wird die administrative Unterstützung weiterentwickelt. Kleinere Standorte mit weniger als acht Klassen bekommen eine zusätzliche Wochenstunde für die administrative Unterstützung der Direktion.
Zudem wird der bisherige "Deckel" für Großschulen aufgehoben. Wie an den Pflichtschulen sollen die Schulleitungen die Ressourcen künftig auf mehrere Lehrkräfte aufteilen und dadurch Leitungsteams bilden können. Auch an Berufsschulen können ab Herbst mehrere Lehrkräfte gemeinsam die Aufgaben der stellvertretenden Schulleitung übernehmen.