Lehrpläne entrümpeln

Umfrage enthüllt – das soll sich an den Schulen ändern

Minister Wiederkehr plant eine Reform des Bildungssystems. Eine große Umfrage zeigt jetzt, was Schüler, Eltern, Lehrer wollen – und wo Probleme liegen
Angela Sellner
03.02.2026, 18:06
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Österreichs Bildungssystem soll ein umfassendes Update bekommen – das kündigte der zuständige Minister Christoph Wiederkehr (Neos) im November an. Um seinen "Plan Z" ("Z für Zukunft unserer Kinder") zu unterfüttern, startete er eine große Umfrage zu den Erwartungen an das Schulsystem – im Jänner nahmen daran insgesamt über 46.000 Schüler, Eltern und Lehrer teil.

Die Ergebnisse der Studie, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Public Opinion Strategies unter Peter Hajek, wurden jetzt präsentiert.

Schlechte Vorbereitung aufs Leben

Das Urteil der Befragten spricht ziemlich eindeutig für dringenden Reformbedarf. Die Zufriedenheit mit dem aktuellen Bildungssystem hält sich sehr in Grenzen.  Und auf einer sechsstufigen Skala zur Frage, wie gut das Bildungssystem auf die Zukunft vorbereite, liegen die Bewertungen durchwegs im kritischen Bereich. Schülerinnen und Schüler vergeben durchschnittlich 3,5, Pädagoginnen 3,8 – Eltern zeigen sich mit 4,3 am skeptischsten.

Lehrpläne modernisieren

Besonders deutlich ist der Wunsch nach einer Neugestaltung der Lehrpläne. 83 Prozent der Schüler, 74 Prozent der Eltern und 71 Prozent der Pädagogen fordern, dass veraltete Lerninhalte gestrichen werden, um Platz für zeitgemäße Themen zu schaffen. Das bestätigt den Minister in seinem Vorstoß, den Lernstoff zu entrümpeln – Wiederkehr will, wie berichtet, Lateinstunden kürzen und dafür den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) als Lehrinhalt etablieren.

Große Bildungsumfrage von Meinungsforscher Peter Hajek.
Screenshot "Heute"

Große Zustimmung gibt es laut Umfrage auch für mehr Wahlmöglichkeiten der Schüler bei Fächern und Schwerpunkten sowie für die Einführung eines Schulfachs Wirtschafts- und Finanzbildung.

Soziale Medien größte Belastung

Brisant: Die größte Herausforderung für die Schulen liegt laut Umfrage außerhalb des Klassenzimmers – der Einfluss sozialer Medien wird von allen Gruppen als massive Belastung wahrgenommen. Pädagoginnen bewerten deren Einfluss auf Konzentration, Lernen und Verhalten mit einem Spitzenwert von 5,3. Das Thema ist damit herausfordernder als die Integration von Zuwandererkindern oder mangelnde Deutschkenntnisse vieler Schüler.  Auch Eltern sehen in den sozialen Medien das größte Problem.

Gleichzeitig herrscht große Einigkeit darüber, was Schule eigentlich leisten soll: Soziale Kompetenzen und kritisches Denken stehen bei allen Gruppen ganz oben.

Die Erkenntnisse aus der Umfrage sollen in Wiederkehrs angekündigten "Plan Z" einfließen, den er Ende März präsentieren will. Der Minister zeigt sich durch die Ergebnisse bestärkt, "dass das Bildungssystem der Zukunft unsere Kinder und Jugendlichen besser auf das Leben vorbereiten muss, als es das bisher tut, und eine Neugestaltung der Lehrpläne dringend notwendig ist".

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