SPÖ will gegensteuern

Brisante Zahlen: Bis zu 20 Monate Wartezeit auf Knie-OP

Neue Zahlen aus den oö. Spitälern rütteln auf: SPÖ-Klubobmann Kucher fordert angesichts endloser Wartezeiten einen "Pakt gegen Zwei-Klassen-Medizin".
Clemens Oistric
03.02.2026, 11:17
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Schon bis zu 87 Wochen Wartezeit auf eine Operation – diese Zahl sticht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Oberösterreichs Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP) besonders hervor und alarmiert die SPÖ.

Die Roten erneuern nun ihre Forderung nach einem "Pakt gegen Zwei-Klassen-Medizin" und verweisen zudem auf einen OECD-Bericht, der kurz vor Weihnachten 2024 veröffentlicht wurde.  Dieser analysiert den Zeitraum bis 2024 und zeichnet ein Bild zunehmender Engpässe bei Kassenleistungen, steigender Privatkosten und langer Wartezeiten.

SPÖ für Pakt gegen "pay or wait"

Die OECD beschreibt Österreich als System nach dem Prinzip "pay or wait": Wer privat zahlt, kommt rascher zu Arzt- oder OP-Terminen, Kassenpatienten müssen teils deutlich länger warten. Ursachen: unter anderem zu wenige Kassenärzte, stagnierende Vertragszahlen sowie überlastete Spitäler und Ambulanzen.

Besonders deutlich zeigen sich die Probleme bei geplanten Operationen. In Oberösterreich werden aktuell Wartezeiten von bis zu 20 Monaten für Knieprothesen eingemeldet.

Aktuelle Wartezeiten auf OP-Termine in Oberösterreich

  • Knieprothesen (KTEP): Wartezeiten bis zu 87 Wochen
  • Hüftprothesen (HTEP): Wartezeiten bis zu 84 Wochen
  • Katarakt-Operationen (Grauer Star): Wartezeiten bis zu 30 Wochen
  • Varizen-Operationen (Krampfadern): Wartezeiten bis zu 68 Wochen
  • HNO-Eingriffe: Wartezeiten bis zu 55 Wochen
„Wir wollen, dass wieder die E-Card statt der Kreditkarte gilt und alle, die krank sind, schnell einen Termin bekommen.“
Philip KucherKlubobmann SPÖ
SPÖ-Klubobmann Philip Kucher
Helmut Graf

Laut OECD steigen Wartezeiten und private Gesundheitsausgaben parallel. Die privaten Gesundheitsausgaben liegen in Österreich rund 50 Prozent über dem EU-Durchschnitt. 2024 beliefen sie sich auf 13,5 Milliarden Euro, fast ein Viertel der gesamten Gesundheitsausgaben. Wer nicht privat versichert ist, wartet laut Bericht im Schnitt 13-mal länger auf einen Facharzttermin.

Weniger Kassenpraxen, mehr Privatärzte

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Kassenpraxen um rund 400 gesunken, gleichzeitig stieg die Zahl der Privatärzte um etwa 40 Prozent. Mehr als die Hälfte der Hausärzte arbeitet mittlerweile privat – bei Kinderärzten, Gynäkologen und Hautärzten sind es über zwei Drittel. Zusätzlich steht eine Pensionierungswelle bevor: Rund die Hälfte der Ärzte ist älter als 55 Jahre alt.

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SPÖ kündigt Maßnahmen an

Die SPÖ – deren Ministerin Korinna Schumann das Gesundheitsministerium führt – fordert zusätzliche Kassenstellen, den Ausbau von Primärversorgungszentren sowie Anreize für Privatärzte, ins Kassensystem zu wechseln oder einen Teil ihrer Kapazitäten für Kassenpatienten bereitzustellen. Sollte das nicht ausreichen, werden verpflichtende Anteile für Kassenpatienten bei Wahlärzten diskutiert.

Langfristig wollen die Roten auch bei der Medizinausbildung ansetzen. Künftig sollen bei der Aufnahme ins Studium jene bevorzugt werden, die sich verpflichten, nach dem Abschluss einige Jahre im öffentlichen Gesundheitssystem zu arbeiten.

Klubobmann Philip Kucher ortet Verschlechterungen im Gesundheitssystem: "Das ist aber nicht die Schuld der Ärztinnen und Ärzte oder der Pflegerinnen und Pfleger, sondern das Ergebnis falscher politischer Entscheidungen in den letzten Jahren."

"In ganz Österreich kämpfen"

Der Sozialdemokrat tritt dafür ein, "dass endlich wieder die E-Card statt der Kreditkarte gilt und alle, die krank sind, schnell einen Termin bekommen". Die Situation im schwarz-blauen Oberösterreich sei "mit Abstand am schlimmsten". Nachsatz: "Wir müssen aber in ganz Österreich gegen die Zwei-Klassen-Medizin kämpfen."

{title && {title} } coi, {title && {title} } Akt. 03.02.2026, 12:14, 03.02.2026, 11:17
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