2,2 statt 3,6 Prozent

Erste Berechnung da – so soll Inflation heuer sinken

Jahresinflation soll 2026 laut IHS von 3,6 auf 2,2 % sinken. Regierungsmaßnahmen dämpfen Teuerung um 0,7 Prozentpunkte. Ersparnis pro Haushalt: 900 €
Angela Sellner
02.02.2026, 18:00
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Die Teuerung ist für sehr viele Österreicher die größte Sorge im Alltag. Mit einer Jahresinflation 2025 von 3,6 Prozent liegen wir weit über dem EU-Schnitt. Höher als in Österreich war die Inflation im Vorjahr nur in einigen osteuropäischen Ländern wie Rumänien und Ungarn.

Der Kampf gegen die Inflation hat die Regierung daher ganz oben auf die Agenda gesetzt. Mit seiner 2-1-0-Formel hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) das Ziel gesteckt, die Teuerung im Jahr 2026 auf zwei Prozent zu drücken.

Elf Monate ist Schwarz-Rot-Pink jetzt im Amt. Es wurden zahlreiche inflationsdämpfende Maßnahmen gesetzt, die teils bereits in Kraft sind, teils erst in den kommenden Monaten wirksam werden. Lässt sich schon abschätzen, inwieweit die Teuerungsrate 2026 tatsächlich zurückgehen wird?

Jahresinflation sinkt auf 2,2 Prozent

Eine erste Prognose gibt es: Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat eine neue Berechnung erstellt, die von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (beide ÖVP) am Montag vor Journalisten präsentiert wurde. IHS-Ökonom Sebastian Koch rechnet für 2026 nun mit einer Jahresinflation von 2,2 Prozent. In seiner Winter-Prognose vom 18. Dezember 2025 hatte das IHS die Inflation für heuer mit 2,5 Prozent noch höher geschätzt.

Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer und Finanzstaatssekretärin Eibinger-Miedl (beide ÖVP): "Entlastungs-Maßnahmen wirken."
BMWET/Holey

Koch bezeichnet die aktuelle Berechnung als "technisches Update": "Dafür wurde eine ganze Reihe an Entwicklungen berücksichtigt, die im Jahresverlauf wirksam werden – etwa die Senkung der Elektrizitätsabgabe, die Intensivierung des Wettbewerbs am Strommarkt, die Mietpreisbremse und die Mehrwertsteuersenkung im Nahrungsmittelbereich."

"Die Jahresinflation soll von 3,6 Prozent im Jahr 2025 auf heuer 2,2 Prozent sinken", so Hattmannsdorfer. Diese Experten-Prognose zeige, dass die Maßnahmen der Regierung wirken.

Bundeskanzler Stocker sagt: "Während wir letztes Jahr in vielen Monaten eine Teuerungsrate von mehr als vier Prozent verzeichnen mussten, gehen wir jetzt in Richtung meines Zielwerts von zwei Prozent."

„Diese Entwicklung markiert die Wende hin zu neuer wirtschaftlicher Dynamik und einem nachhaltigen Aufschwung für unser Land.“
Christian StockerBundeskanzler (ÖVP)

Strom-Preisschub fällt weg

So sinkt die Inflation im Jahr 2026: Der erste dämpfende Effekt hat mit der Regierung nichts zu tun – denn ein erheblicher Teil des Rückgangs der Teuerung auf 2,2 Prozent liegt daran, dass der Preisschub beim Strom durch das Auslaufen der Energiehilfen 2025 nicht mehr in die Berechnung der Inflationsrate 2026 einfließt. Laut Koch ist dieser statistische Effekt für rund 0,8 Prozentpunkte des Inflationsrückgangs verantwortlich.

Energie, Mieten, Lebensmittel

Die entlastenden Maßnahmen der Regierung drücken die Inflation darüber hinaus um etwa 0,7 Prozentpunkte.

Dazu zählt die Senkung der Elektrizitätsabgabe, seit 1. Jänner 2026, die laut IHS-Berechnung 0,12 bis 0,16 Prozentpunkte bringt. Auch der Österreich-Stromtarif des Verbunds ab März, die Preissenkung der EVN sowie der neue Sozialtarif ab April tragen bei. Hattmannsdorfer geht davon aus, dass andere Landesenergieversorger mit Tarifsenkungen folgen werden.

Die Mietpreisbremse werde die Inflation heuer um 0,13 Prozentpunkte drücken, die Lebensmittel-Mehrwertsteuersenkung um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte, rechnet IHS-Experte Koch.

"Die von der Bundesregierung gesetzten Maßnahmen im Energiebereich, im Bereich Wohnen und bei den Lebensmitteln tragen wesentlich zur Dämpfung der Inflation bei", erklärt Eibinger-Miedl. Es gehe insbesondere um den Energiebereich, so Hattmannsdorfer: "Dieser wirkt nun nicht nur nicht mehr inflationstreibend, sondern inflationsdämpfend."

„Wir legen den Grundstein dafür, dass Leben wieder leistbarer  und die Industrie international wettbewerbsfähiger wird und die Stimmung im Land nachhaltig nach oben geht.“
Wolfgang HattmannsdorferWirtschaftsminister (ÖVP)

900 Euro Ersparnis im Jahr

Ein durchschnittlicher Haushalt könne sich auf Basis der Regierungsmaßnahmen rund 900 Euro im Jahr ersparen, rechnet der Wirtschaftsminister.

Einsparungen 2026 für einen Durchschnittshaushalt

  • Senkung Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel: 100 Euro
  • Österreich-Tarif (Strom): 200 Euro
  • Senkung Elektrizitätsabgabe: 60 Euro
  • Senkung Ökostrombeitrag: 10 Euro
  • Senkung Netzkostensteigerung: 10 Euro
  • Überstunden-Begünstigung: 240 Euro
  • Steuerfreiheit für Feiertagsarbeitsentgelte: 332 Euro
  • Insgesamt kommt man so auf eine Ersparnis von 952 Euro.

2026 könne das "Jahr der Trendwende" werden, sind Hattmannsdorfer und Eibinger-Miedl überzeugt. Es gelte für die Regierung aber, "in gleichem Tempo weiterzuarbeiten".

Kanzler: "Wende zum Aufschwung"

Für Kanzler Stocker markiert die Inflationsprognose "die Wende hin zu neuer wirtschaftlicher Dynamik und einem nachhaltigen Aufschwung für unser Land". "Dieser Aufschwung zeigt sich nicht nur in den Inflationsprognosen, sondern auch in anderen Bereichen: in einer um mehr als zehn Prozent gestiegenen Gründungsdynamik, im besten Börsenjahr des ATX seit seiner Gründung vor 35 Jahren, in einer positiven Budgetentwicklung, einem verbesserten Ausblick für die Industriebranche und einem Rekordhoch im Tourismussektor", so Stocker weiter.

Jänner-Inflation

Zunächst steht am 4. Februar ein erster "Tag der Wahrheit" an. Dann veröffentlicht die Statistik Austria die Inflationsrate für den Jänner. IHS-Experte Koch rechnet mit 2,4 bis 2,5 Prozent. Im Dezember 2025 waren es 3,8 Prozent.

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 02.02.2026, 18:59, 02.02.2026, 18:00
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