Die oberösterreichischen Sozialdemokraten sind alarmiert. Sie zitieren aus Daten, die die zuständige LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP) veröffentlicht hat: Demnach warten Kinder je nach Krankenhaus zum Teil über ein Jahr auf notwendige HNO-Eingriffe.
Betroffen sind u.a. Nasenpolypen-Operationen und Behandlungen bei Paukenerguss. Die Folgen, wenn nicht gegengesteuert wird: eingeschränktes Hören und erschwertes Atmen bis hin zu massiven Belastungen im Alltag. Für Kleinkinder sei das "besonders dramatisch", verweist die rote Landesgeschäftsführerin Nicole Trudenberger auf drohende Entwicklungsstörungen.
Alle Oberösterreicher würden eine gute Gesundheitsversorgung und eine rasche Behandlung im Krankheits- oder Verletzungsfall verdienen. Der Versicherungsstatus der Eltern oder der Wohnort dürfe hier keinen Unterschied machen, betont Trudenberger.
Die schwarz-blaue Koalition propagiere bei jeder Gelegenheit "das Kinderland Nummer eins" und lasse gleichzeitig Kinder in Sachen Gesundheitsversorgung monatelang warten. Anstelle von Marketingphrasen brauche es nun wirklich rasche Maßnahmen, so die Geschäftsführerin.
Stichwort Gesundheit von Kindern: Ein neunjähriger Bub aus Oberösterreich lebt mit einer autistischen Störung. Er ist hyperaktiv, extrem lärmempfindlich und neigt zu Aggression. Jetzt musste seine ohnehin belastete Familie um mehr Pflegegeld kämpfen.
Die PVA hatte in dem Fall nur Stufe 1 gewährt. Doch die Betroffenen ließen nicht locker und wandten sich an die Arbeiterkammer. Die Experten stellten einen Antrag auf Erhöhung.