AK alarmiert

"Besorgniserregend" – zwei Drittel gehen krank arbeiten

Viele Menschen schleppen sich krank in die Arbeit – das zeigen Zahlen der Arbeiterkammer OÖ. Die Experten warnen vor den möglichen Folgen.
Oberösterreich Heute
02.01.2026, 16:46
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Ob im Büro, in der Produktion oder im Handel: Krankenstände sind in vielen Betrieben regelmäßig Thema. Oft geht es dabei um die Frage, wie hoch die Ausfälle sind – und wer am Ende die Kosten trägt. Zahlen der Arbeiterkammer OÖ zeigen nun: Nicht nur Krankenstände selbst, sondern vor allem das Arbeiten trotz Krankheit spielt eine große Rolle. Das berichtet die Kammer im "AK report".

Laut aktuellen Daten gehen fast zwei Drittel der Menschen krank zur Arbeit – Tendenz steigend. 2015 waren es noch 30 Prozent, in den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl mehr als verdoppelt.

Dass viele trotz Krankheit arbeiten, hat mehrere Gründe. Laut einer AK-Umfrage nennen 57,3 Prozent ein starkes Pflichtgefühl gegenüber Kollegen. Rund 39 Prozent sagen, es gebe keine Vertretung – oder niemand sonst könne die Arbeit übernehmen.

Länger krank, Konzentrationsprobleme

Die AK warnt vor den Folgen: Jeder Fünfte gibt an, dadurch länger krank gewesen zu sein, als es bei entsprechender Erholung nötig gewesen wäre. Mehr als ein Drittel berichtet von Konzentrationsproblemen am Arbeitsplatz.

"Es ist ganz klar: Nicht die Krankenstände sind das Problem. Dass viele Menschen krank arbeiten gehen, ist das wirklich Besorgniserregende", fasst AK-Präsident Andreas Stangl zusammen. Die Kammer spricht sich deswegen gegen Verschlechterungen bei Krankenständen aus. Besonders die Entgeltfortzahlung solle nicht angetastet werden.

Österreich im Mittelfeld

Zudem fordert die AK unter anderem Kündigungsschutz während des Krankenstands, mehr Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung sowie ausreichend Personal. Ein Blick auf die Entwicklung zeige außerdem: Ein langfristiger Anstieg der Krankenstandstage lässt sich nicht belegen. Erst seit 2022 würden die Zahlen wieder leicht steigen.

Auch im internationalen Vergleich liegt Österreich laut den zuletzt verfügbaren Daten nicht an der Spitze. Mit 14,9 Tagen liege man im Mittelfeld. In Oberösterreich waren es im Schnitt 15,5 Tage. Deutschland kommt zum Vergleich auf 24,9 bezahlte Fehltage pro Jahr, gefolgt von Lettland (20,2) und Tschechien (19,2).

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