Mit dem Anstieg der Grippefälle im Winter wächst in England die Sorge, dass sich Viren verändern und dadurch gefährlicher oder schwerer mit Impfstoffen zu bekämpfen sein könnten. Neben der Grippe rücken jetzt auch andere Krankheitserreger in den Fokus. Besonders das Adenovirus gilt als äußerst robust und ansteckend, wie "20 Minuten" berichtet. Laut dem britischen "Independent" sprechen Fachleute sogar von einem möglichen "Worst-Case-Szenario".
Adenoviren sind weltweit verbreitet und sehr ansteckend. Laut dem US-amerikanischen Center for Disease Control and Prevention (CDC) lösen sie meist milde Verkühlungen oder grippeähnliche Beschwerden aus. Menschen jeden Alters können sich das ganze Jahr über anstecken. Besonders gefährdet sind Personen mit schwachem Immunsystem, bestehenden Lungen- oder Herzproblemen, aber auch Kinder und ältere Menschen.
Der US-Mediziner Eric Sachinwalla erklärt: "Sie sind robuster als viele andere Viren – Seife und handelsübliche Desinfektionsmittel töten sie nicht zuverlässig ab, weshalb sie länger in der Umwelt überleben können." Deshalb kommt es gerade in Kindergärten, Schulen oder Kasernen immer wieder zu Ausbrüchen.
Das Virus wird vor allem über die Atemwege übertragen, kann aber auch mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Auf Oberflächen bleibt es besonders lange infektiös, wie der "Independent" weiter berichtet. Eine gezielte Behandlung gegen Adenoviren gibt es derzeit nicht. Im Unterschied zu einer normalen Verkühlung können die Beschwerden auch mehrere Wochen anhalten.
Adenoviren können viele verschiedene Krankheiten auslösen. Dazu gehören Verkühlungs- oder grippeähnliche Symptome, Fieber, Halsweh, Bindehautentzündung und auch Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Bauchweh. Laut CDC werden Adenoviren auf mehreren Wegen übertragen: durch engen Kontakt wie Händeschütteln, über Tröpfchen in der Luft oder durch Berührung von verunreinigten Oberflächen.
Obwohl die Zahl der Infektionen in Großbritannien derzeit wieder abnimmt, raten Fachleute weiterhin zu guter Hygiene: Häufiges Händewaschen, Abstand halten zu Kranken und allgemeine Vorsichtsmaßnahmen sind wichtig – vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen.
In der Schweiz wurde bisher keine größere Ausbreitung des Adenovirus festgestellt, wie der "Tages-Anzeiger" schreibt. Die Behandlung erfolgt meist durch ausreichend Ruhe, viel Flüssigkeit und frei verkäufliche Schmerzmittel, wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet.