Es ist die nächste Eskalationsstufe im Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Weihnachtsansprache den Wunsch geäußert hat, "dass er krepiert" – womit er mutmaßlich Kreml-Chef Wladimir Putin meinte – hat Moskau nun geantwortet.
In einem mit Beleidigungen gespicktem Telegram-Post hat der russische Ex-Staatschef und nunmehriger Vizechef des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, dem ukrainischen Präsidenten mit dem Tod gedroht.
"Allen ist klar, dass er den Tod nicht nur 'eines Menschen' wünscht, sondern unser aller und unseres Landes. Und er wünscht es nicht nur, er hat auch massive Angriffe befohlen", so Medwedew. "Ich werde hier nicht über seinen gewaltsamen Tod schreiben, obwohl gerade jetzt der Sensenmann dem Schuft oft im Nacken sitzt", wird der Ex-Präsident von "20 Minuten" zitiert.
Nach dem baldigen Tod Selenskyjs sollte sein konservierter Leichnam "zu wissenschaftlichen Zwecken" in der Kunstkammer in St. Petersburg gezeigt werden, fügte Medwedew hinzu. Zar Peter I. hatte dort naturwissenschaftliche Objekte sammeln lassen – viele davon wiesen Missbildungen auf.
Erst am Montag hatte Russlands Außenminister Sergej Lawrow der Ukraine einen Angriff mit 91 Langstrecken-Kampfdrohnen auf eine Residenz Putins vorgeworfen. Dies wurde von Kiew dementiert. Als Reaktion darauf hatte Russland erklärt, dass man sich an vorher getroffene Vereinbarungen für einen Frieden nicht mehr gebunden fühle.
Im bisherigen Kriegsverlauf hatten beide Seiten auf Luftangriffe auf das gegnerische Staatsoberhaupt verzichtet. In den ersten Kriegstagen im Jahr 2022 hätten jedoch russische Spezialkräfte Jagd auf Selenskyj gemacht. Zahlreiche Attentatspläne seien laut ukrainischen Sicherheitsdiensten vereitelt worden.