Wenn ein Kind rund um die Uhr Hilfe braucht, wird jeder Tag zur Herausforderung. Doch gerade dann sollten Familien darauf vertrauen können, dass Unterstützung da ist. In einem Fall aus dem oberösterreichischen Zentralraum war das lange nicht so – obwohl der Bedarf groß war.
Der neunjährige Sohn der Familie lebt mit einer autistischen Störung. Er ist hyperaktiv, extrem lärmempfindlich und neigt zu Aggression. Allein lassen kann man ihn nicht – zu groß wäre die Gefahr, dass er sich oder andere verletzt. Selbst nachts ist fast immer jemand bei ihm, meist die Mutter.
Für die Familie bedeutet das: ständige Betreuung, kaum Pausen, enorme Belastung. Dazu kommt der Spagat mit einer Berufstätigkeit – denn Zeit, Kraft und Nerven sind nicht unendlich. Umso wichtiger ist das Pflegegeld, damit zumindest finanzielle Sorgen nicht auch noch alles erschweren.
Doch zunächst bekam die Familie nur Pflegestufe 1 – aus ihrer Sicht eindeutig zu wenig. Also wandte sie sich an die Arbeiterkammer. Dort stellte man einen Antrag auf Erhöhung. Ein vom Sozialgericht beauftragter Sachverständiger erkannte schließlich einen deutlich höheren Bedarf.
Das neue Gutachten brachte die Wende: Die Familie erhielt Stufe 6 – bei einem Pflegeaufwand von monatlich mehr als 180 Stunden. Damit bekommt sie nun rund 1.400 Euro mehr pro Monat. Erleichterung im Alltag ersetzt das nicht – aber es macht das Leben zumindest leichter finanzierbar.
Und der Fall steht offenbar nicht allein: Laut "AK-Report" wird die Pensionsversicherungsanstalt (PVA), die das Pflegegeld auszahlt, immer wieder dazu angehalten, falsche Bescheide zu korrigieren – oft auf Initiative der Arbeiterkammer, die notfalls auch vor Gericht geht.