Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, viel Schnee und Eis, dazu ordentlich Salz: Freie Sicht beim Autofahren ist in diesem Winter besonders gefragt. Die Arbeiterkammer Oberösterreich nimmt das zum Anlass, aus einem Test der Schweizer Zeitschrift "Saldo" zu zitieren.
Das Magazin hat acht Produkte zum Enteisen unter die Lupe genommen. Nur etwa die Hälfte davon konnte wirklich überzeugen. Fünf Mittel sind auch in Österreich erhältlich. Vorweg: Viele wirkten zu schwach, die Scheiben vereisten rasch wieder oder hatten Schlieren.
Die Details der Untersuchung: Ein Labor prüfte die Erzeugnisse auf ihre Auftauleistung. Die Kriterien: leichte und starke Vereisung, Schutz vor Wiedervereisen unter simuliertem Fahrtwind, Schlierenbildung und Handhabung bei minus 20 Grad Celsius. Außerdem wurde die Dichtheit der Flaschen in verschiedenen Positionen kontrolliert.
Gesetzliche Pflicht
Eisfreie Sicht ist in Österreich gesetzliche Pflicht.
Das bloße Freikratzen quasi eines Sichtfensters reicht nicht aus. Alle Scheiben, die Beleuchtung, Blinker und Kennzeichen müssen vollständig von Schnee und Eis befreit sein müssen, um eine sichere Fahrt zu gewährleisten.
Sonst drohen hohe Strafen. Auch das Warmlaufenlassen des Motors vor Fahrtantritt ist verboten und kann geahndet werden.
Als preiswerte Empfehlung und mit einem guten Testurteil konnte Blink überzeugen: schnelles Auftauen, geringer Verbrauch und solider Gesamteindruck zum niedrigsten Preis im Test. Ebenfalls mit "Gut" bewertet und in Österreich erhältlich sind die Scheibenenteiser von Nigrin und Sonax.
Die schlechteste Wirkung zeigte das Produkt von Algorex. Bei leichter Vereisung taute nur ein kleiner Teil der Fläche auf, bei starker Vereisung blieb die Schicht nahezu unberührt. Rückstände froren fest, und die Scheibe begann schon nach fünf Minuten wieder zu vereisen.
Im Praxistest zeigte sich ein weiteres Problem: Nur Algorex war bei offenem Ventil vollständig dicht. Alle anderen Produkte sollten unbedingt aufrecht gelagert werden. Bei minus 20 Grad blieben zwar alle Mittel flüssig, manche Ventile funktionierten aber erst nach mehreren Versuchen. Die Sprühgriffe von Algorex und Blink waren zu kurz, was das Bedienen mit Handschuhen erschwerte.
Alle Details zum Test findet man hier.