Keine freien Betten, lange Wartezeiten und schlechte Arbeitsbedingungen – das österreichische Gesundheitssystem ist krank. In den vergangenen Monaten summierten sich die Schlagzeilen – Menschen starben, weil sie nicht behandelt wurden, weil kein Bett frei war oder sie nicht in ein anderes Spital gebracht werden konnten.
Damit soll jetzt Schluss sein, denn mit dem ersten Jänner hat auch der Gesundheitsreformfonds gestartet – ein Schub für das öffentliche Gesundheitssystem, wie es Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) betont. Und dafür nimmt die Ministerin auch ordentlich Geld in die Hand.
"Der Gesundheitsreformfonds ist der erste große Baustein der Gesundheitsreform: Wir knüpfen Geld erstmals an konkrete Reformen in der Sozialversicherung. Gleichzeitig treiben wir damit Reformen in der Sozialversicherung voran. Für kürzere Wartezeiten, eine bessere Versorgung, einen stärkeren Fokus auf psychische Gesundheit und mehr Digitalisierung."
Denn für einen Zeitraum von fünf Jahren stehen nun jährlich rund 500 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld soll das Gesundheitssystem modernisiert, Versorgungslücken geschlossen und der Zugang zu medizinischen Leistungen nachhaltig abgesichert werden.
"Mit dem Gesundheitsreformfonds wird die Gesundheitsversorgung auf ein noch stabileres Fundament gestellt. Der Fonds soll dafür sorgen, dass Patientenwege optimiert werden – nach dem Ziel: digital vor ambulant vor stationär. Dazu soll die niedergelassene Versorgung weiter ausgebaut werden, insbesondere durch Primärversorgungseinheiten. Dass Gelder richtig eingesetzt werden, wird genau kontrolliert. Damit die Mittel dort eingesetzt werden, wo sie hingehören: Bei den Patientinnen und Patienten", erklärt Sozialministerin Korinna Schumann gegenüber "Heute".
Konkret bringt die Maßnahme zwei zentrale Ziele mit: Erstens sollen die Primärversorgungseinheiten (PVE) weiter ausgebaut werden. Diese ermöglichen wohnortnahe Betreuung, längere Öffnungszeiten, multiprofessionelle Teams und eine bessere Versorgung zu Tagesrandzeiten und am Wochenende. Mit dem Auslaufen bestehender EU-Förderungen sorgt der Fonds nun für eine langfristige Absicherung und einen weiteren Ausbau dieser Einrichtungen.
Zweitens wird Prävention als zentrale Zukunftsaufgabe wesentlich gestärkt. Ziel ist es, Menschen in allen Lebensphasen zu unterstützen, länger gesund zu leben und Erkrankungen frühzeitig zu verhindern oder zu erkennen, so Schumann.
Mit der Reform will die Bundesregierung nun ein Zeichen für eine moderne, wohnortnahe und solidarische Gesundheitsversorgung setzen. Ziel sei es, Menschen in Österreich langfristig bestmöglich und durchgängig zu versorgen. "Wir investieren gezielt dort, wo es den größten Nutzen für die Menschen bringt. Der Gesundheitsreformfonds schafft Sicherheit, verbessert die Versorgung und ermöglicht neue, moderne Strukturen", so Schumann.
"Wir wollen, dass Kinder gesund aufwachsen, Menschen im Erwerbsalter ihre Gesundheit erhalten und ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können. Dieser Fonds ist ein Schub, um das Vertrauen in unser öffentliches solidarisches Gesundheitssystem zurückzugeben und nachhaltig zu stärken", betont Schumann abschließend.